Noch vorm Losfahren zur Arbeit erhalte ich eine SMS:
„Guten Morgen. Achtung! – Blitzer in Wollbach! Gruss, Detlev.“
Ein Freund meint es gut mit seiner Warnung. Okay, dann stehen sie also wieder an der 60-er-Strecke, bei der Ortsdurchfahrt. So früh am Morgen! Aber Verkehrssicherheit kennt keine Tageszeiten…
Und dann werde ich noch mehrmals gewarnt. Diesmal nicht per SMS, sondern per Lichthupe. Es ist die Solidargemeinschaft der morgendlichen Kraftfahrer, die beim Vorbeifahren das graugrüne Messgerät der Polizei seitlich am Strassenrand bemerkt haben. Und die nicht wollen, dass der Gegenverkehr in die Falle tappt. Oder fährt.
Ist doch eine nette Geste? Okay – nur wenn jemand nach den Verkehrsregeln fährt, braucht er keine Warnung… 🙂
Warnung vor Gericht?
Gedankensprung: Wenn wir als Christen aus der Bibel wissen, dass ein Leben gegen die Prinzipien Gottes bittere Konsequenzen nach sich ziehen wird – wieso warnen wir unsere Mitmenschen nicht viel engagierter als bisher vor dem Gericht, das einmal kommen wird? Per SMS oder ganz direkt im bilateralen Gespräch?
In der Bibel findet man öfters solche – oft kurzen – prägnanten Warnungen. Fast schon in der heute gewohnten Kürze. Beispiele?
- SMS von Petrus: „Lasst euch retten vor dem Strafgericht, das über diese verdorbene Generation hereinbrechen wird!“ (Apg. 2,40)
- SMS von Johannes: „Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und tue Buße!“ (Off.2,5)
- SMS von Maleachi: „Ihr missachtet meine Weisungen, sie sind euch gleichgültig. Kehrt um zu mir! Dann werde auch ich mich euch wieder zuwenden! Das verspreche ich, der Herr, der allmächtige Gott.“ (Maleachi 3,7)
Es kann gar nicht sein
Noch ein Erlebnis aus Berlin, viele Jahre her. Ein Freund verteilte in einem Hochhaus einige kleine Schriften mit biblischen Texten. Manchmal, wenn er an den Wohnungstüren klingelte, ergab sich ein kurzes Gespräch. Oder die Tür wurde ihm vor der Nase zugeknallt. Bei einem Gespräch kamen sie auch darauf zu sprechen, dass es den „lieben Gott“ gar nicht gäbe, sondern jeder Mensch einmal vor Gott Rechenschaft ablegen müsse. Wer sich in diesem Leben nicht für Gott entschieden habe, der würde ins Strafgericht Gottes kommen. Darauf meinte der Wohnungsinhaber im Treppenhaus zu meinem Freund:
„Wenn das wirklich stimmt, dass Menschen für ewig verloren gehen – dann müssten ja die Christen Tag und Nacht die Treppen hoch und runter rennen und die Leute warnen. Aber da sie das nicht machen, kann das alles nicht so schlimm kommen…“
Foto: A. Meissner



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