Lesen Sie im Folgenden, was dabei herauskommt, wenn Kosmologen philosophieren. Nicht ein Universum gebe es, sondern möglicherweise unendlich viele. Das wäre erstmal kein Problem, wenn es so wäre. Kein Problem für die Theologie zumindest. Denn die Urfragen bleiben bestehen: woher kommt alles, warum ist alles, worin ist alles ?
Zu der Multiversentheorie findet man einen anschaulichen Videobeitrag bei „Dr. Max erklärt die Welt“ ( > hier ansehen). Dieser Beitrag ist – ganz gut soweit.
Was nicht mehr gut ist, ist folgender Artikel in der ZEIT. Es liegt allerdings nicht an der ZEIT, sondern an den Personen dieses Artikels. Hier werden nämlich zwei Kosmologen interviewt – zur Multiversentheorie. Sie steigen in die Argumentation naturwissenschaftlich ein – und ohne, dass der unbedachte Leser es vermuten oder denn gar merken würde, haben sie die Grundlagen der Naturwissenschaft verlassen. Und befinden sich mitten in einem philosophischen und theologischen Weltbild.
Sie gehen nämlich davon aus, dass die Unendlichkeit existiere. Eine Annahme. Eine bloße Annahme. Die aber als Gewissheit verkauft wird. Daraus folgern die Wissenschaftler, die sich nun nicht mehr als Natur- , sondern plötzlich als Geisteswissenschaftler versuchen: Gott gebe es eigentlich nicht. Denn alles existiere unendlich oft in der Unendlichkeit. Ein verlockender Gedanke. Aber er wird wohl nicht stimmen. Denn die Forscher meinen – nun im Philosophischen angelangt – , dass es demnach ja jede erdenkliche Möglichkeit, jede Situation, die es gibt, unendlich oft geben müsste. Und in jeder Abwandlung.
Spätestens hier kann dem – aufmerksamen – Leser bewußt geworden sein, dass man den Boden der Naturwissenschaft längst verlassen hat und sich in philosophischen Spekulationen befindet. Nehmen Sie dies wahr, wenn Sie diesen Artikel lesen. Denn diese Verschiebung zwischen Faktenwissen und subjektivem Weltbild geschieht ganz schleichend und unmerklich – und dieses Weltbild wird somit als „wirklich“ verkauft. Der unaufmerksame Leser wird zudem den Eindruck gewinnen, die Existenz Gottes sei irgendwo widerlegt – naturwissenschaftlich.
Gerade das Gegenteil ist aber der Fall. Denn was Sie geboten bekommen, sind: subjektive Wirklichkeitskonstruktionen, also Weltbilder. Denn diese Erkenntnisse – wenn es denn welche sind – lösen die Gottesfrage in keinster Weise. Sie sagen nichts darüber aus, ob Gott existiert, oder nicht. Stattdessen befinden wir uns im persönlichen, subjektiven Weltbild der beiden Kosmologen, die eben meinen, Gott gebe es nicht. Dass sie damit zu kurz denken, können Sie an unzähligen Artikeln in der theolounge selbst nachspüren.
Lesen Sie > hier besagten ZEIT Artikel. Und lesen Sie > hier, warum die Annahme, es gebe die Unendlichkeit, durchaus problematisch ist.
Lesen Sie auch: > Was ist Wirklichkeit ? – Formen des Nichtwissens (F.A.Z)
> Wo steckt Gott ? – Theologie, Philosophie & Wissenschaft
Bild:Thomas Hawk , flickr.com



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