Da sind sie wieder: die “lustigen Tage” – Karneval auf allen Kanälen…Als ich gestern Abend meinen Besuch zur Bushaltestelle brachte, stand da auch ein Mann mittleren Alters, leicht gelehnt an einen Laternenpfahl, mit seinem bunten Kostüm. An den Beinen waren Schellen befestigt. Er hatte am grossen Umzug teilgenommen. Die Stadt war proppe voll gewesen, viele Schaulustige angereist. Und man durfte wieder Konfetti streuen, was im letzten Jahr noch verboten war.Als ich vom Bus nach Hause ging, musste ich über diesen Mann (und viele andere) noch nachdenken. Ob er richtig glücklich war? – Denn so ganz fröhlich sah er nicht wirklich aus, sondern eher nachdenklich, frustriert, traurig. Was ihn wohl echt im Innern bewegt hat? Ich weiss es nicht. Und es geht mir auch nicht darum, die närrischen Tage zu bekritteln. Aber dann fiel mir ein, dass Menschen gern mal in Masken schlüpfen, eine andere Rolle spielen als sonst im Alltag. Vielleicht kommt ja dann das oft verlorengegangene Lebensgefühl wieder?
Masken tragen, Rollen spielen – das ist keine Erfindung der Neuzeit. Schon vor 2000 Jahren verbargen die Menschen gern ihre wirkliche Not hinter Schutzschildern. Aber diese hatten bei Jesus natürlich keine Chance. Was allerdings toll von ihm war ist, dass er immer bemüht war, hinter die Maske zu schauen, ohne dabei die Leute blosszustellen. Und ihnen helfen wollte, ihre wirklichen Bedürfnisse zu befriedigen. Ich denke an die Frau am Jakobsbrunnen, die auch mehrere Männer nicht glücklich machen konnten. Aber nach einem tollen Gespräch mit Jesus konnte sie die nächste Lebensetappe befreit angehen. Nein, keine Masken mehr tragen zu müssen. Nicht mehr anderen was vorspielen müssen. Sondern echt leben, weil ihr Leben Wert durch Gott bekam.
Jesus sagte einmal: “Kommt her zu mir, alle die ihr mühselig und beladen seid – und ich werde euch Ruhe geben!”
Foto: A. Meissner



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