Kultusministerin will Schöpfungslehre im Biologieunterricht

frogup2.jpgKultusministerin Wolff will den Biologieunterricht ergänzen um eine theologisch-philosophisch ausgerichtete Sicht. Dies scheint durchaus geboten zu sein, da jede einseitige Sichtweise der Wirklichkeit wohl kaum gerecht wird. Hier lesen.

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Kommentare

22 Kommentare zu „Kultusministerin will Schöpfungslehre im Biologieunterricht“

  1. Gut So! Dann darf sich jeder seine eigene Meinung bilden …

  2. Avatar von kamenin
    kamenin

    Naturwissenschaften (und damit auch Biologieunterricht) sind aber nicht Meinungssache. Deine von Deinen Wünschen und Hoffnungen gespeisten Meinungen kannst Du aber gerne im Religionsunterricht (oder in der Philosophie oder in der Ethik) verbreiten und diskutieren lassen.

    Ausführlichere Auseinandersetzung mit Frau Wolff steht hier.

  3. Habe ich gelesen. Passt tatsächlich mehr in den Religionsunterricht oder die Philosophie. Aber es geht hier darum, Fächer zu verknüpfen. Die rein biologische Sicht erfasst einen Teilbereich der Wirklichkeit, aber eben nur einen Teil. Darauf hinzuweisen ist durchaus sinnvoll. Die tieferen Aspekte gehören jedoch eben mehr in die philosophisch-theologische Ecke.
    Das Problem beim Intelligent design übrigens ist, dass man durchaus ins Grübeln kommt, je mehr man sich damit auseinandersetzt. Die Evolutionstheorie in der derzeitigen Fassung ist möglicherweise nicht der Weisheit letzer Schluß. Sie erfasst ein gewisses Spektrum, aber ob sie in dieser Ausschließlichkeit über die nächsten Jahrzehnte haltbar sein wird, ist fraglich.

  4. Avatar von kamenin
    kamenin

    Aber das wird einem doch in allen sozialwissenschaftlichen Stunden vermittelt, dass die Naturwissenschaft nicht alle Aspekte des Menschseins abdeckt, und dafür sind die ja auch da. Es geht doch dann eher darum, die philosophisch-theologische Deutungshoheit in alle Schulfächer zu tragen. Und das halte ich nicht nur für Unsinn, das steht auch im Widerspruch zu einigen Verfassungsgerichtsurteilen.
    Ich bin mir nicht sicher, ob ich Deine Position zu ID richtig verstehe. In dem anderen Artikel dazu bezeichnest Du das sinngemäß als ‚andere philosophische Einstellung‘. Darunter verstehe ich normalerweise eine vorgeplante Theistische Evolution, die sich dann trotzdem mit den Messdaten deckt. Die ID aus den Staaten ist dagegen ein suspekter Verein, der mit vordergründig wissenschaftlichem Anschein ein Weltbild vertritt, in dem Gott alle paar hundert Jahre im Genom die Position eines Moleküls verändert, weils die Evolution halt wieder nicht selbst hingekriegt hat. Halte ich weder für Wissenschaft noch für ernst zu nehmende Theologie.

  5. Ich sehe das auch eher im Sinne der theistischen Evolution, also nicht so, dass die Philosophie / Theologie den Messdaten widersprechen darf.
    Das ID , so wie ich es bisher verstanden habe, wirft aber eben verschiedene Fragen auf, die auch ganz logisch klingen: Feinabstimmung des Universums, Komplexität….
    hab jetzt nur wenig Zeit, schreibe ggf später noch mal…

  6. Keine Sache, wird auch vermutlich zu lang für den Kommentarteil.

    Die Feinabstimmungsfrage ist wirklich interessant und am Rande des wissenschaftlich Beantwortbaren. Aber die Komplexitätsargumente, die ID vorbringt sind, soweit ich das sehe, auch Teil einer gezielten Desinformationskampagne, die sich gezielt an Gläubige richtet. Oft ist es sehr schwer zu sehen, wann den ID-Befürwortern einfach Sachkenntnis fehlt und wann sie bewusst/zumindest teilweise vorsätzlich die Unwahrheit verbreiten.

    In meiner Blogroll findest Du bei Interesse einige Biologen- und Mathematiker-Blogs, die sich intensiver mit den Argumenten auseinander setzen.

  7. Ja, werd ich mal reinlesen. Ich denke, die Theologie hat auch kein Problem damit, wenn man die Evolution als Weg sieht, den Gott gewählt hat, also theistisch eben.

    Aber ich frage mich immer mehr, ob die Evolution so völlig ungerichtet denn tatsächlich stattfinden kann. Das ist so, als würde sich zb WindowsXP über die Jahrmillionen selbst programmieren. Die Erfahrungen des Menschen sprechen aber dagegen.
    Militärs verwenden zb 1000stellige Verschlüsselungscodes, die als 100% sicher gelten. Das, was man als Evolution betrachtet, ist aber um Potenzen unwahrscheinlicher. Da macht auch der große Genpool nichts aus.

    Das macht schon nachdenklich in die Hinsicht, dass man sich fragt, ob denn der Zufall soetwas überhaupt schaffen kann.

    Was ich ablehne sind so Ansichten, wie dass zb der Schöpfungebericht in dieser Form erst zu nehmen wäre. Er ist vielmehr m.E. eben das damals gängige Denkmodell, wie wohl alles entstanden sein mag.
    In seiner theologischen Reflexion weist er natürlich über sich hinaus, aber er ist eben ein Denkmodell.

  8. Naja, zu WinXP, es gibt schon genetische Algorithmen, die darauf beruhen, dass sich Programme selbst programmieren. Sobald du ein Programm hast, dass sich einfach nochmal selbst abspeichern kann und dabei fehlerhafte Programmbausteine (=Mutationen an Gene) mitgeschrieben werden können, ist man im Geschäft. Dann brauchst Du nur noch eine Umgebung, in denen Programme miteinander um eine Resource konkurrieren oder sonst wie ausgesiebt werden (=nat. Auslese). Ob jemals WinXP rauskommt, weiß ich nicht; vielleicht wenn man als Auswahlkriterium Gewinnmaximierung angibt 🙂

    Ich denke, das richtige Buch für Dich könnte sein (hab’s aber selbst noch nicht gelesen, gibt’s auch nur in Englisch): „Finding Darwin’s God: A Scientist’s Search for Common Ground Between God and Evolution“ von Ken Miller, einem der bekanntesten christlichen ID-Gegner. Ansonsten ist Dawkins‘ „Der blinde Uhrmacher“ m.E. sehr empfehlenswert als Erklärung über die Grundlagen.

    Vielleicht schreib ich bei mir bald mal mehr über Fromms allegorische Deutung des Schöpfungsmythos; die hat mich bisher am meisten beeindruckt. Ansonsten überlass ich Dir hier erstmal das letzte Wort. Grüße!

  9. Hallo, ja, gib mir mal bescheid, wenn Du den Artikel hast, vielleicht verweis ich drauf.
    Das Problem ist zb bei WinXP, dass allein das Programm, das ein Programm schreiben will und abspeichern, schon ziemlich komplex ist. Es ist also nochmal eine zusätzliche Fülle von Komplexität.
    Was die ID Befürworter auch angeben ist zudem noch der Übergang von der unbelebten zur belebten Materie. Hmmm.
    Zudem sind bereits die einzelnen Zellen ungeheuer komplex aufgebaut.
    Also ich weiß nicht. Ich glaube fast, dass diese reine ungerichtete Evolutionstheorie irgendwann kippen könnte.

    Wenn man sich zb anschaut, wie schwer sich die Informatiker tun, neuronale Netze herzustellen, kann man in etwa einen Ausblick bekommen darauf, wie unglaublich komplex eigentlich das Gehirn ist. Ganz zu schweigen davon, was denn eigentlich das Bewußtsein ist (kannst Du auch mal einen philosophischen Artikel hier nachlesen „Was ist das Bewußtsein ? Gibt es eine Seele ?“)

    Wenn ich Zeit hab, les ich mich da gern mehr ein in Deine Bücher, bin aber grad noch im Examen.
    Also erstmal soweit….Viele Grüße 😉

  10. Hi,
    heute war auf Deutschland-Radio noch ein interessanter Beitrag zur Debatte. Zum Download zu finden unter http://ondemand-mp3.dradio.de/podcast/2007/07/03/dlf_200707030937.mp3

    Walter

  11. Avatar von harey

    Die Argumente der ID-Anhänger sind wissenschaftlich gesehen aus einem sehr einfachen Grund vollkommener Schwachsinn. Als Hauptargument gilt soweit ich informiert bin das Komplexitätsproblem.

    Und um dieses mal auf die Spitze zu treiben:
    Vor der Entdeckung der äusseren Planeten gab es Unregelmässigkeiten in der Bewegung der Planeten, diese konnten später durch die „neuen“ äusseren Planeten erklärt werden.
    Nehmen wir mal an, diese äusseren Planeten wären noch unbekannt; dann behaupte ich mal in guter ID-Anhänger-Logik: ein rieiger unsichtbarer Drache mit acht Köpfen fliegt durch unser Sonnensystem uns schubst mit seinen riesigen Fluegeln die Planeten aus ihren Bahnen!! Das muss doch stimmen, schliesslich erklärt die Gravitationstheorie die Bahnen der Planeten nicht richtig!!!

    Oder um es abstrakt zu sagen: nur weil es Fehler und ungeklärte Bereiche in der Evolutionstheorie gibt, heisst das noch lange nicht, dass deswegen irgendeine beliebige andere Theorie, die sich durch NICHTS bestätigen lässt stimmt.
    Es ist kein Argument dass die andere Theorie Fehler hat, das sollte eigentlich jedem halbwegs intelligenten Wesen klar sein!

  12. Ja und nein.
    Das Ganze geht schon mehr in die Metaphysik – und verträgt sich mit der rein (innerweltlich-logischen), rationalen Weltsicht nur teilweise.
    Natürlich geh ich nicht von einem Fliegenden Spaghettimonster aus.
    Wenn Du aber mal anfängst zu überlegen:

    Schau Dir Deine Hand an:
    Eine dreidimensionale Lage der Adern, Gelenke, Blutgefäße, alles in sich schlüssig.
    Der ganze Mensch ist noch wesentlich komplexer. Das, woraus er entsteht (DNA), ist ein unglaublich riesiger Pack-Algorhytmus. Das müsste man zb am Computer erstmal hinbekommen, Daten so zu komprimieren.

    Nun ist die Hand nicht sonderlich komplex.
    Geh aber mal weiter zum Gehirn: hier wirds nun richtig abenteuerlich. Das, was im Gehirn sitzen soll – das Bewußtsein – ist schon ein unglaubliches Rätsel an sich (lies mal unseren Artikel „Was ist das Bewußtsein ? Gibt es eine Seele ?“)
    Selbst, wenn man das Ganze abkoppelt von der Frage nach dem Bewußtsein, bleibt das Gehirn ein neuronales Netz, das unglaublich komplex ist: die Computerwissenschaft bemüht sich sehr, auch nur annährend etwas ähnliches zu erschaffen. Sie ist schon froh, wenn Roboter einigermaßen laufen können.

    Das alles könnte man nun weiter ausführen.

    Darwin sagt: Nur, weil man das nicht verstehen kann, heiße das nicht, dass seine Theorie falsch sei.

    Gut, das mag man ihm gern glauben. Es ist aber ein Satz, der einfach so in den Raum gestellt wurde. Hinterfrag den mal bitte….

    Das Problem ist das: wenn es nun letztlich so etwas wie eine intelligente Planung gäbe (aber bitte kein Spaghettimonster), dann bräche das derzeitige Weltbild zusammen, zumindest teilweise. Was nicht sein darf, das kann demzufolge auch nicht sein.

    Lies hierzu auch mal den Artikel der F.A.Z., auf den wir hinweisen unter „Was ist Wirklichkeit ?“,

    sowie „Wie sich Gott beweisen läßt ?“, sowie die Artikel zur „Unendlichkeit“.

    p.s. Die mendelschen Abstammungsgesetze stimmen sicher so. Und ich denke auch, dass Darwin bis zu einem gewissen Punkt nicht falsch liegt.
    Wenn man aber tiefer an diese Probleme herangeht, dann arbeitet man mit ungeheuer großen Unwahrscheinlichkeiten: können derart komplexe Lebewesen wie zb der Mensch durch try- und – error (also Zufall ) entstehen ?

    Bei Computerprogrammen kann man sich das zb nicht vorstellen: es wären gigantische Unwahrscheinlichkeiten, dass sich zb ein WindowsXP selbsständig programmiert.

  13. Avatar von harey

    Ich verstehe deinen Einwand sehr wohl!

    Worum es mir dabei geht, ist Wissenschaft und Religion/Philosophie auseinander zu halten.

    Ich bin selbst Wissenschaftlerin und es ärgert mich immer sehr, wenn meist religiöse Menschen mit völlig aus der Luft gegriffenen Argumenten versuchen „Wissenschaft“ zu machen.

    Wer an Gott glaubt und daran dass es einen Einfluss Gottes auf die Evolution gab der soll das tun, nur hat das eben mit Wissenschaft nicht das geringste zu tun. Und deswegen haben diese „Theorien“ auch im wissenschaftlichen Unterricht nichts zu suchen.

    Eine wissenschaftliche Theorie muss eben nul mal ueberpruefbare Aussagen machen und dass ist bei der „leichten“ Version von ID, die nur von einem Einfluss Gottes auf die Evolution ausgeht, eben nicht der Fall.
    Deswegen handelt es sich dabei um Philosophie/Glauben/Religion.

    Ueber die „Hardcore“-Version von ID mit der 6-Tage-Schöpfung und allem drum und dran muessen wir hoffentlich nicht reden.
    Diese Leute halte ich nämlich fuer ernsthaft gefährlich fuer eine demokratische Gesellschaft!

    Allgemein halte ich eine Vermischung von Weltanschauung und Wissenschaft fuer hoechst gefährlich.
    Nicht nur zu Inquisitionszeiten gab es da keine Trennung, soweit ich weiss haben auch die Nazis versucht ihre Rassenideologie „wissenschaftlich“ zu belegen.

    Ich denke einfach, dass jede Ideologie, die sich in Wissenschaft einmischt, versucht ihre Weltanschauung beweisbar zu machen. Und das scheint mir das Anzeichen einer totaltitären Gesinnung.

    Das hoert sich vielleicht etwas extrem an, also, um es noch mal klar zu machen, ich habe nun wirklich nichts gegen Religion. Ich halte auch Philosophie fuer äusserst wichtig, aber bitte nicht in der Wissenschaft!!

    Und zu deinem Kommentar, wenn es Gott gäbe (wenn er beweibar wäre????) wuerde unsere Wiisenschaft zusammenbrechen (verstehe ich dich da richtig?):
    Da hätte ich nun wirklich gern ein Beispiel!
    Mir fällt nämlich kein einziges ein!

  14. Hallo,
    freut mich ja, dass wir uns da wohl verstehen. Halte auch nichts von dieser 6-Tage-Geschichte.
    Naturwissenschaft und Philosophie zu trennen ist auch einerseits ganz sinnvoll.
    Nein, sowas wie um 1933 brauchen wir nicht, auch nicht die Inquisition.
    Ich glaube aber, dass die Weltsicht sich ändern kann auf Dauer: dass nämlich die Naturwissenschaften mehr die philosophischen Themen auch verarbeiten müssen.
    Gut, das ist nichts für den Biounterricht. Aber das ist wohl auch das, was die hess. Kultusministerin meinte – und was man ihr im Hals umdreht (diese Aussage..).

    Ich denke, wenn man naturwissenschaftlich an Phänomene herangeht wie:
    Urknall, Unendlichkeit, Bewußtsein, Weltall, dann kommt man an Grenzen, die auf größeres Hinweisen. Das kann für den Gläubigen Gott sein, für den Ungläubigen zumindest der Verweis darauf, dass es eben vielmehr gibt, als diese innerweltliche Logik.
    Denn die hört mit dem Urknall auf und mit der Frage nach dem Bewußtsein – und auch damit, dass die Unendlichkeit der Mathematik in der Physik scheinbar (zumindest nach unten hin) nicht mehr existiert: man kann ein Atom bzw seine Komponenten nicht mehr beliebig oft teilen.

    Um diese Verknüpfung von Philosophie und Naturwissenschaft wird es in den kommenden Jahrzehnten stärker gehen. Und die Weltsicht wird sich sicherlich ein wenig ändern, denke ich.

    Zu Deinem letzen Punkt: nö, unsere Naturwissenschaft würde keinesfalls zusammenbrechen, wenn es Gott gäbe (ich geh eh davon aus, dass es ihn gibt und sogar zwingend geben muss). Er ist wohl vielmehr der, der gewissen Gesetzmäßigkeiten auf den Plan gerufen hat.

    zu Intelligent design: ich denk, hier gibt es viele – auch abstruse – Ansichten. Aber die Kernfragen sind schon recht zentral.
    Auch das, was Darwin entgegengesetzt wird: dass es nämlich nach etwas schier unglaublichem und so auch in dieser Weise kaum Beobachtbarem aussieht, dass alles durch Zufall entstanden sein sollte. Das ist schon wirklich sehr hypothetisch.
    Nur: die Naturwissenschaft kann aufgrund ihrer eigenen Vorgaben hier – biser – keine andere Hypothese akzeptieren.
    Ich denke aber, dass sie damit letztlich nicht ganz richtig liegen könnte.
    Evolution bis zu einem gewissen Grad: ja.
    Aber so völlig ? So, dass sich zwei Moleküle zufällig verbinden, was sich dann als sinnvoll herausstellt….und immer so weiter, bis sowas wie ein neuronales Netz des Gehirns herauskommt ?
    Hast Du eine Ahnung, wie unglaublich unwahrscheinlich das ist ?
    Noch dazu, wenn man davon ausgeht (selbst bei einer Multiversen Theorie, die mehrere Universen annimmt), dass es möglicherweise Leben nur geben kann, wenn das Universum bestimmte Naturkonstanten aufweist…?

    Also….das ist, wenn Du mal mehr drüber nachzudenken wagst, alles auch nicht so ganz plausibel, was die Naturwissenschaft da verkauft – zumindest nicht in diesen Grenzbereichen.
    Lies mal den F.A.Z. Artikel…(den allerdings die ZEIT heftig kritisiert). („Was ist Wirklichkeit ?“)

  15. Avatar von harey

    Hallo,

    zum FAZ-Artikel, den hab ich allerdings gelesen, und ich war entsetzt!

    Dazu muss ich allerdings mal kurz den physikalischen Teil kommentieren:

    Da ich selbst Astronomin bin kann ich mit Sicherheit sagen: der Autor hat wenigstens von Astronomie (und Physik im allgemeinen) nicht den blassesten Schimmer. Er zitiert einen Wissenschaftler, der nicht eine einzige (!) referierte Publikation aufzuweisen hat (die Recherche dazu hat 30s gedauert) als sowas wie den fuehrenden Kosmologen. Und auch seine restlichen Aussagen zeugen von völliger Ahnungslosigkeit.

    Fuer ihn mag es sehr wohl so aussehen als wären die Astronomen ein Haufen Orientierungsloser, die sich nicht mehr anders zu helfen wissen als blumige Begriffe wie „Dunkle Materie“, „Dunkle Energie“ und „Schwarze Löcher“ zu erfinden.

    In der realen Welt sind all diese Begriffe nicht sonderlich rätselhaft. Schwarze Löcher gelten inzwischen als nahezu bewiesen. Es gibt eine Fuelle an Phänomenen, die sich nur durch schwarze Löcher erklären lassen.

    Bei Dunkler Energie und Dunkler Materie handelt es sich mehr um Begriffe, die offene Fragen beschreiben, aber von offenen Fragen lebt die Wissenschaft. Und Astronomen neigen nunmal zu dramatischen Namensgebungen.

    Zu den String-Theoretiker, die sind auch unter Physikern höchst umstritten! Und solange kein Beweis fuer diese Theorie vorliegt werden sie das auch bleiben!

    Um es zusammen zu fassen, alle Punkte, die der Autor fuer seine These „die Wissenschaftler sind verzweifelt, kommen nicht mehr weiter und brauchen dringend etwas Metaphysik“ vorbringt, sind naja hundsmiserabel recheriert und teilweise falsch!

    Natuerlich gibt es Fragen, an denen die Wissenschaft an ihre Grenzen stösst. Wozu? oder „Hat das alles einen tieferen sinn?“ zum Beispiel, diese Fragen wollte sie allerdings auch nie beantworten.

    Dass die Wissenschaft an eine Grenze geraten ist an der sie nicht weiter weiss halte ich (zumindest fuer die Physik, ueber andere Felder moechte ich mich nicht auslassen, cih bin ja nicht bei der FAZ 🙂 und lasse mich ueber Dinge aus von denen ich nicht den blassesten Schimmer habe ) fuer Schwachsinn.

    Es gibt in der Wissenschaft immer offene Fragen, die gab es schon immer und die wird es wohl auch immer geben! Das ist Wissenschaft, man stellt sich Fragen und versucht dann sie zu beantworten.

    Also: miserabler Artikel!
    Wahrscheinlich ein bis zwei Stunden Recherche bei Google und Wikipedia!

    Ich verstehe auch nicht, was er mir eigentlich sagen will!

    Es ist mir sehr wohl bewusst, dass es Fragen gibt, die Wissenschaft nicht beantworten KANN, aber das sollte jedem denkenden Menschen klar sein!

    Und noch ein kleiner Seitenhieb auf den Autor (er hats aber auch verdient): die einzigen ueberzeugten Metaphysiker in der Wissenschaft scheinen mir die von ihm so beschimpften String-Theoretiker zu sein!
    😀
    Das haben sie jetzt davon, machen was der Schlumpf von der FAZ will und wieder ists nicht recht! 😀

  16. Hmmm, ich denke, der FAZ Autor meint das Ganze auch mehr philosophisch. Also so, dass dort irgendwo die Grenzen der Erkenntnis liegen. Selbst, wenn Schwarze Löcher als erwiesen anzusehen sind, tun sich dahinter dann sogleich weitere Fragen auf, also auch Fragen, die die Naturwissenschaft irgendwann nicht mehr beantworten können wird.
    Ich denke, er meint die Grenzen der menschlichen Erkenntnis, die letztlich vor dem Warum kapitulieren müssen. Das scheint er anhand verschiedener Phänomene aufzuzeigen.
    Ich denke, er liegt damit aber nun nicht ganz falsch. Wenn man zb ein Atom (was ja nicht direkt sichtbar ist, sondern nur dessen Abbild – was also in gewisser Weise ein theoretisches Konstrukt ist für diese Teilchen) weiter zerlegt, dann ist das, was man dort vorfindet, eigentlich nicht mehr das, was man als Materie im landläufigen Sinn versteht.
    Es sind Ladungen. Aber was sind eigentlich Ladungen ?
    Ich denke, der Artikel umreißt die Grenzen der Erkenntnis, und das hat dann aber durchaus einen tieferen Sinn, also dieser Artikel.

  17. Avatar von harey

    Wobei wir dann wieder beim Anfang dieser Diskussion wären: dem fröhlichen Werfen von Allgemeinplätzen weil manchen Menschen wohl nicht klar ist, wie Wissenschaft funktioniert.

    Und ich versuche es noch mal, Wissenschaft lebt von offenen Fragen, und das seit Jahrhunderten. Mal ein paar Beispiele aus der Geschichte:

    Warum bewegen sich manche Himmelskörper auf sehr bedenklich komplizierten Bahnen?
    Galileo, Kepler und andere haben getueftelt und kamen darauf, dass sich die Erde wohl um die Sonne bewegt.

    Warum haben bei Zuechtungen manche Pflanzen rote und manche weisse Blueten?
    Mendel hat fleissig geforscht und experimentiert und kam auf die Mendelschen Regeln.

    Warum sind sich Vogelarten auf verschiedenen Galapagosinseln so ähnlich?
    Darwin hat geforscht und kam auf die Evolution.

    Warum scheinen sich alle Nachbargalaxien von uns weg zu bewegen?
    Hubble entwickelte aufgrund anderer Theorien die Idee von einem expandierenden Universum und somit die Grundlage der Kosmologie.

    Warum messen wir am ganzen Himmel ein seltsames Rauschen im Mikrowellenbereich?
    Es wurde ueber jahrzehnte geforscht, schliesslich konnte man mit schon vorhandenen Theorien dieses Rauchsen erklären und es wurde die Big Bang Theorie mit erstaunlicher Genauigkeit bestätigt.

    So und da sind wir nun und die nächsten Fragen haben dann eben (noch?) keine Antwort:

    Wie entwickelt sich komplexes Leben?

    Was zum Teufel ist Dunkle Materie?

    Warum sind die Naturkonstanten so wie sie eben sind?

    Was ich damit sagen will: die Grenze der Erkenntnis war zu jedem Punkt der Wissenschaftsgeschichte erreicht! Und man hat sie seit Jahrhunderten immer weiter verschoben.

    Und da kommen jetzt die Kreationisten, die „light“-IDler, die Kultusministerin von Hessen und der komische Herr von der FAZ und stellen fest, dass jetzt aber endlich mal Schluss ist mit jahrhunderten der Wissenschaft. Und genau die aktuell gestellten Fragen sind aber dann endlich mal der Punkt an dem sich Gott doch dann mal zeigen muss???

    Sehr abenteuerlich!

    Wir sind am gleichen Punkt an dem wir waren, seit es systematische Naturwissenschaft im heutigen Sinne gibt: wir stellen uns (zugegeben sehr schwierige) Fragen.

    Und die Wissenschaft ueberlässt (wie schon immer) die Fragen nach dem „und wozu das alles?“ der Religion und Philosophie.

    Ich verstehe einfach das Problem nicht!

    Sollen Wissenschaftler darueber diskutieren, ob man irgendwo zu dem Punkt kommt an dem wir einfach nicht weiterkommen, weil es nicht mehr geht, an dem ein Mensch nicht mehr verstehen kann?
    Tun sie! Ueber Auslegung von Theorien und die Grenzen des menschlichen Verstandes wurde besonders von Quantenmechanikern immer fleissig diskutiert! Damit wird man auch im Physikstudium und gutem Physikunterricht konfrontiert. (und bestimmt auch in anderen Gebieten der Wissenschaft)

    Oder sollen die Wissenschaftler anfangen ueber die Existenz Gottes nachzudenken und “ eine höhere Macht“ in die physikalische Diskussion miteinbeziehen??
    Dazu hatte schon immer jeder Wissenschaftler seine eigenen Ansichten, und auch der Herr von der FAZ und seine Anhänger werden es nicht schaffen das Pflichkapitel „und heisst das jetzt, dass es gott gibt?“ in Veröffentlichungen einzufuehren.

    Also, entweder er fordert eine Diskussion, die es schon lange gibt (vermutlich aus Unkenntnis) oder eine Diskussion bei der keiner mitmacht! (weil Religion ja wohl hoffentlich immer noch Privatsache ist)

    wenn ich falsch liege, sag mir doch bitte mal, was eigentlich das Problem ist?

  18. Das Problem lag da, dass die hess. Kultusministerin sich dazu äußerte.
    Religion ist teils Privatsache. Es gibt pädagogische Ansätze, die davon ausgehen, dass der Mensch religiöse Anlagen hat, homo religiosus.
    Daher gibt es Religionsunterricht in der Schule. Eimal, weil die Christen meinen, dass Gott sich gezeigt hat. Zum anderen, um über Religion etwas zu erfahren, und so zb – durch Wissen – sich vor Sekten schützen zu können.

    Dann geht es in der Schule zunehmend darum, dass die Fächer miteinander verknüpft werden sollen. Vom Fach Religion erwartet man beinahe selbstverstänlich, dass die Naturwissenschaften anerkannt werden – und auch erwähnt werden.
    In den Naturwissenschaftlichen Fächern sollte – im Sinne dieser Verknüpfung der Fächer – dies wohl auch geschehen. Das wollte die hess. Kultusministerin.
    M. E. sollte es in der Form geschehen, dass evtl . darauf hingewiesen wird, dass es neben der rationalistischen Sicht – die auf Demokrit und Epikur zurückgeht – auch andere Wirklichkeitszugänge gibt. Fertig.
    Es geht aber nicht darum, dass in Bio zb die Schöpfungslehre behandelt wird. Das kann der Biolehrer nicht und dafür ist er nicht ausgebildet.
    Es geht aber um dieses Verweisen auf auch andere Weltbilder.

    Dann:
    ja, die Wissenschaft hat viel erkannt.
    Übrigens: unterscheiden wir bitte mal:

    „die“ Wissenschaft gibt es nicht. Es gibt vielmehr: Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften.
    Mathematik ist übrigens keine Natur, sondern eine Geisteswissenschaft – sie liefert ein Denkgebäude, das zb auch auf Naturwissenschafen anwendbar ist.

    Die Philosophie liefert übrigens ähnliche Denkgebäude – die auch auf die Naturwissenschaften anwendbar sind. Ähnlich sieht es mit der Theologie aus.

    Nun zu den Naturwissenschaften: natürlich sollen sie weiterforschen.

    Aber : manche Dinge werden sie niemals lösen:

    – Den Grund allen Seins (selbst wenn sie hinter den sog Urknall hinausgehen sollen könnten )
    – die philosophische Frage, was das Bewußtsein überhaupt ist (da reicht die Begründung, es sei ein sog neuronales Netz keineswegs…)
    – das Problem, ob es die Unendlichkeit gibt

    Vielleicht – sehr vielleicht – wird sich die Evolutionstheorie jedoch verifizieren lassen. Hab ich kein Problem mit.

    Aber das, was dahinter steht, wird nicht erkannt werden können – nicht auf naturwissenschaftlichem Weg.

    Da die Schüler die Menschen von Morgen sind, muss man mit ihnen natürlich sehr vorsichtig umgehen und darf ihnen keine fundamentalistischen Ideen in den Kopf setzen.

    Fundamentalistisch kann jedoch auch eine Weltsicht nach Epikur sein – die heute vorherrscht. Danach gebe es nichst als die Materie und alles sei prinzipiell erklärbar. Die Frage nach der Herkunft allen Seins wird bei Epikur aber per definitionem einfach ausgeklammert.

    In diesem Denkgebäude befinden wir uns aber, wenn wir rein naturwissenschaftlich ausgerichtet denken.
    Daher ist es sinnvoll – auch in anderen Fächern – darauf hinzuweisen, dass es neben diesem Weltbild auch andere Weltsichten gibt. Und dass zb die Evolutionstheorie eine Theorie ist.
    ABER: es sollte an ihrer Stelle nicht gleichbedeutend die Schöpfungslehre behandelt werden – die gehört in den Religionsunterricht bzw. die Philosophie.

    Allerdings ist eben m.E. der Verweis – und zwar auch in naturwissenschaftlichen Fächern – auf diese anderen Weltbilder sinnvoll und auch legitim .
    Die inhaltliche Füllung derselben ist aber Sache der jew. anderen Fächer: zb Religion, Philosophie oder ggf auch Ethik.

    Noch zum sog. Intelligent Design:

    ich finde es mittlerweile durchaus sinnvoll, darüber nachzudenken.
    Aber notwendig aus theologischer Sicht ist es nicht – denn es könnte auch im Sinne einer theistischen Evolution Gott den Anstoß zu allem gegeben haben.

    Dennoch: die Fragen, die ID aufwirft, sind bei weitem nicht so leicht von der Hand zu weisen, wie manche das gerne hätten. Sie passen nur eben nicht zum epikureischen – und somit zu unserem derzeitigen – Weltbild.

    Eine weitere Frage ist auch, ob denn die Materie überhaupt existiert. Das ist durchaus eine berechtigte Frage, die auch in der antiken Philosophie aufkam.
    In diese Richtung schreibt auch die FAZ, wenn sie die Metaphysik ins Spiel bringt. Das ist keineswegs so dumm, wie es Dir vielleicht scheinen mag.

    Angenommen, dem sei nicht so, angenommen, alles sei zb nur Geist, dann hätten Phänomene wie Präkognition, Gedankenübertragung, Hypnose, zb das Wissen einer Mutter, dass es einem entfernt lebenden Kind schlecht geht….etc plötzlich eine legitimere Berechtigung, um hinterfragt zu werden.

    zb auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Parapsychologie

    Wie dem auch sei: es gibt neben dem sog naturwissenschaftlichen Weltbild noch andere, die auch in gewisser Weise berechtigt sind, und auf die verwiesen werden kann – zumindest, wenn man nicht mit Scheuklappen erziehen will.
    Dabei ist darauf zu achten, nicht zu indoktrinieren, sondern mit einer gewissen Distanz aber darauf hinzweisen.

  19. Avatar von harey

    Mir reichts!

    Ja, eine Diskussion zwischen Philosophie und naturwissenschaft ist sinnvoll!

    Aber bitte hör mal auf mit Allgemeinplätzen um dich zu werfen und sag nicht immer irgendwo, irgendwie und womöglich schon! deine Position wird so nämlich einfach nicht klar und praktischerweise damit auch nicht angreifbar, frei nach dem Motto, der Herr von der FAZ hat zwar falsche Behauptungen aufgestellt aber er hats ja auch nur „irgendwie philosophisch“ gemeint.

    Und falls eine Diskussion zwischen Religion und Naturwissenschaft wirklich erwünscht ist, solltest du vielleicht mal ein Biologie oder Physikbuch zur hand nehmen und dich darüber INFORMIEREN!

    Du solltest dich nicht wundern wenn Naturwissenschaftler eine akute Allergie gegen religiöse „Eiferer“ entwickeln wenn du sie ständig mit Halb- und Unwahrheiten bewirfst!

    (ein kleiner Tipp zum Urknall: KEIN Kosmologe hat je behauptet, da wuerde „irgendwas aus Nichts entstehen!“ , falls du einen findest solltest, sag mir bitte Bescheid!)

  20. Hmmmmm ? Wen kommentierts Du eigentlich ? Mich ?
    Schau Dir mal die neuesten 2 Artikel an, da ist das mittlerweile ins Lot gerückt, denke ich….im Sinne der EKD….

    Was sagen denn die Kosmologen ? So wie ich das verstehe, handelt es sich um eine Anfangssingularität. Und da es eine Singularität ist, ist sie ohne Analogie. Insofern wird es wohl auch unter den Kosmologen unterschiedliche Meinungen geben….meinst nicht ?

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