Die Frage kann ich Ihnen nicht beantworten, aber ich beantworte sie doch. Es hängt vermutlich damit zusammen, dass unsere Sinne nicht darauf ausgelegt sind und dass auch unser Gehirn nicht über seine Grenzen hinaus etwas verstehen kann. Deshalb können wir Gott nicht sehen.
Christlich gedacht zeigte sich Gott in einem Menschen, in Jesus, dessen Leben und Wirken theologisch nur richtig verstanden wird, wenn man in diesem Menschen auch das Göttliche, das darin wirkte, wahrnimmt. Dennoch ist Jesus beides zugleich, wahrer Mensch und wahrer Gott. Demnach ist es nicht so, dass man wüsste, wie Gott aussieht, selbst wenn man das menschliche Gesicht und die menschliche Gestalt Jesu sehen könnte. Man würde nur den Menschen Jesus sehen.
Gott ist immer größer als unsere größten Vorstellungen. Darum sollen wir uns kein Bild von Gott machen in dem Sinne, dass wir ihn auf eine einzige Vorstellung festlegen, sondern sollen unser Denken offen halten dafür, dass Gott viel mehr ist, als wir uns vorstellen können. Auch aus dem Grund können wir Gott wohl nicht sehen.
Aber wir können glaubend davon ausgehen, dass Gott real und existent ist, Gott als Quelle allen Seins, aller Existenz und als derjenige, der transzendent hinter der Welt steht, aber auch in ihr zu finden ist: beispielsweise in jedem anderen Menschen, denn zum Ebenbild Gottes schuf Gott den Menschen, so der Gedanke in der Genesis. In jedem anderen Menschen begegnen wir nach dieser Vorstellung einem Gedanken Gottes, einem Fünkchen Gottes. Insofern können wir, obwohl wir Gott nicht sehen können, doch Gedanken Gottes sehen und wahrnehmen, selbst mit unserer kleinen und eingeschränkten menschlichen Wahrnehmungsfähigkeit.



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