Zwischen Aufbruch und Atem

Montagmorgen.
Die Welt steht noch ein bisschen schief
vom Wochenende.

Ich gieße mir Mut in eine Tasse,
zu stark, zu heiß,
und trotzdem nicht genug.

Die Straßen tragen Gesichter,
die schon wissen,
was sie heute alles tragen müssen.

Und ich?
Ich bin irgendwo dazwischen –
zwischen Müdigkeit
und Möglichkeit.

Gott,
wenn dieser Tag ein Feld ist,
dann geh neben mir.

Nicht vor mir her –
ich würde stolpern,
nicht hinter mir –
ich würde stehen bleiben.

Geh einfach neben mir,
leise,
wie ein Gedanke,
der nicht drängt
und doch bleibt.

Lass mich sehen,
wo ich säen kann,
auch wenn ich noch nicht weiß,
was wachsen wird.

Und wenn ich zweifle,
erinnere mich:
Auch der Anfang ist schon ein Teil
der Ernte.


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