
Friedrich Merz steht im indischen Bengaluru und haut mal so richtig auf den Putz. Man merkt, dass der Tapetenwechsel ihm guttut, denn seine Worte sitzen.
Er sprach über ein Land, in dem das Volk die Nase gestrichen voll hat. Er sagte ganz direkt:
„Wenn ein Regime sich nur noch durch Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende.“
Und als wäre das nicht schon deutlich genug, legte er sofort nach:
„Ich glaube, dass wir jetzt die letzten Tage und Wochen dieses Regimes erleben.“
Beim Lesen dieser Zeilen möchte man in Berlin und Kyjiw erst einmal begeistert Beifall klatschen. Endlich! Endlich sagt es mal einer so richtig deutlich in Richtung Moskau. Man sieht den Kanzler förmlich vor sich, wie er dem Herrn im Kreml die Leviten liest und ihm das baldige Ende prophezeit.
Doch dann folgt der große Moment der Verwirrung: Er meinte gar nicht Russland. Er sprach heute über den Iran.
Man ist kurz erstaunt. Die Beschreibung passt zwar wie die Faust aufs Auge auf beide Adressen, aber die deutliche Ansage galt heute tatsächlich Teheran. Dass man das verwechseln kann, liegt wohl daran, dass diese Sätze so universell einsetzbar klingen, wenn man an autoritäre Herrscher denkt.
Natürlich wird diesem Regime im Iran niemand eine Träne nachweinen. Die Menschen dort haben lange genug unter der harten Hand gelitten und es ist höchste Zeit, dass sich etwas ändert.
Es wirkt fast so, als wäre da weltweit gerade etwas ins Rollen gekommen. Erst wackelt Maduro in Venezuela, jetzt brennt im Iran die Luft. Da fragt man sich doch glatt: Wer ist der Nächste? Vielleicht verliert ja auch in Moskau irgendwann mal jemand das Gleichgewicht in der Nähe eines offenen Fensters. Man hört ja immer wieder, dass das dort ein ganz spezielles, russisches Problem mit der Schwerkraft ist.
Was jetzt in Bewegung gerät
Sollten die Vorhersagen von Merz wirklich eintreffen, dann steht uns ein ereignisreiches Jahr bevor. Wenn die Dominosteine erst einmal anfangen zu kippen, lassen sie sich nur schwer wieder aufhalten. Es bleibt zu hoffen, dass der Wind der Freiheit nicht nur in Teheran ordentlich durchlüftet, sondern irgendwann auch die verstaubten Vorhänge im Kreml kräftig durchpustet.



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