Berlins Blackout

​Seit dem frühen Morgen des 3. Januar 2026 herrscht im Südwesten Berlins der Ausnahmezustand. Ein massiver Stromausfall hat Zehntausende Menschen in den Stadtteilen Zehlendorf, Wannsee und Nikolassee bei eisigen Wintertemperaturen von der Energieversorgung abgeschnitten. Was zunächst wie ein technischer Defekt wirkte, hat sich schnell als ein gezielter Anschlag auf die kritische Infrastruktur herausgestellt.

​Die aktuelle Lage vor Ort

​Rund 35.000 Haushalte und mehr als 2.000 Betriebe sind derzeit noch ohne Strom. Da viele Heizsysteme ohne Elektrizität nicht funktionieren, hat die Innensenatorin die Großschadenslage ausgerufen. Notunterkünfte in Sporthallen und Wärmebusse wurden bereitgestellt, da die vollständige Reparatur laut dem Betreiber Stromnetz Berlin erst bis zum kommenden Donnerstag abgeschlossen sein wird. Die Ursache war ein schweres Feuer an einer Kabelbrücke nahe dem Kraftwerk Lichterfelde, bei dem fünf wichtige Hochspannungsleitungen mit Brandsätzen zerstört wurden.

​Die Spur der „Vulkangruppe“

​Kurz nach der Tat tauchte ein Bekennerschreiben der linksextremen Vulkangruppe auf. Die Gruppe behauptet, den Anschlag als Protest gegen die „fossil-digitale Wirtschaft“ durchgeführt zu haben. Die Ermittlungsbehörden stufen dieses Schreiben als glaubwürdig ein. Es wäre nicht das erste Mal: Schon 2024 und 2025 gab es ähnliche Angriffe auf die Stromversorgung, unter anderem beim Tesla-Werk in Grünheide.

​Vergleich mit früheren Sabotageakten

Der aktuelle Angriff weist Parallelen zu Vorfällen auf, die Sicherheitsexperten der russischen hybriden Kriegsführung zuordnen:

  • Die Bahn-Sabotage 2022: Im Oktober 2022 wurden zeitgleich an zwei weit entfernten Orten in Deutschland (Berlin und NRW) unverzichtbare Kommunikationskabel der Bahn durchtrennt. Auch damals war Insiderwissen nötig, um genau die richtigen Leitungen in tiefen Kabelschächten zu finden.
  • Brandanschläge in Europa 2024/2025: In Polen, Großbritannien und im Baltikum kam es vermehrt zu Brandstiftungen in Lagern und Einkaufszentren. In vielen Fällen wurden lokale Kleinkriminelle oder Extremisten über Telegram-Kanäle vom russischen Geheimdienst GRU angeworben, um die Taten gegen Bezahlung auszuführen.
  • Angriffe auf Kyjiw: Die gezielte Zerstörung der Energieversorgung im Winter ist eine Taktik, die Russland massiv in Kyjiw und anderen ukrainischen Städten einsetzt, um die Moral der Bevölkerung zu brechen.

​Passt Berlin ins Muster?

​Dass die Hauptstadt Ziel eines solchen Angriffs wird, ist kein Zufall. Berlin bietet als politisches Zentrum die größte Bühne für psychologische Wirkung. Ein Blackout in der Regierungszentrale erzeugt internationale Schlagzeilen und signalisiert: „Ihr seid nicht sicher.“

​Das Vorgehen passt perfekt in das bekannte Schema:

  1. Verschleierung: Durch die Nutzung der „Vulkangruppe“ als (wissentliche oder unwissentliche) Stellvertreter kann Moskau jede Beteiligung abstreiten. Es entsteht ein Nebel aus politischem Extremismus, der die eigentliche strategische Sabotage verdeckt.
  2. Maximaler Ärger: Der Zeitpunkt im tiefsten Winter sorgt für echte Not in der Bevölkerung und zwingt den Staat, enorme Ressourcen für die Krisenbewältigung aufzuwenden.
  3. Test der Abwehr: Solche Nadelstiche dienen dazu, die Reaktionsgeschwindigkeit der deutschen Behörden und die Belastbarkeit der Notfallpläne auszukundschaften.

​Blick auf die künftige Sicherheit

​Berlin muss sich darauf einstellen, dass die Grenze zwischen innerer Sicherheit und äußerer Bedrohung verschwimmt. Wenn extremistische Gruppen zum Werkzeug fremder Mächte werden, reicht klassische Polizeiarbeit nicht mehr aus. Der Schutz von Stromknotenpunkten, Funkmasten und Wasserwerken muss nun als Teil der nationalen Verteidigung begriffen werden. Die Ermittler müssen jetzt klären, wie die Täter an die präzisen Lagepläne der Kabelbrücke gekommen sind – und wer im Hintergrund die Fäden gezogen hat, um die Hauptstadt im Winter gezielt zu lähmen.

Quellenangaben:

  • Stromnetz Berlin: Statusbericht zur Störung Lichterfelde (Stand 05.01.2026)
  • RBB24: Bericht über die Großschadenslage im Berliner Südwesten
  • Bundesamt für Verfassungsschutz: Lagebericht zur russischen Sabotage in Europa (2025)
  • Tagesspiegel: Analyse zum Bekennerschreiben der Vulkangruppe
  • Correctiv: Recherchen zu russischen Agenten und Stellvertreter-Terrorismus
  • Spiegel Online: Vergleich der Bahn-Sabotage mit aktuellen Infrastruktur-Angriffen

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Kommentare

4 Kommentare zu „Berlins Blackout“

  1. Avatar von Karl Eduard von Wanderwitz
    Karl Eduard von Wanderwitz

    Sie meinen also, daß der Kreml dahintersteckt oder zumindest Hauptnutznießer ist?
    Haben Sie vielleicht auch schon an die AfD gedacht? Die stromfreie Zone war bislang CDU-Hochburg. Diese Partei wird aber dank ihres stümperhaften Spitzenkandidaten, der nach dem Anschlag umgehend ins Home Office abtauchte, kaum jemand mehr wählen wollen, wodurch die AfD als Hauptprofiteur ins Spiel kommt. Wenn Sie also schon Verschwörungstheorien bringen, dann bitte nicht so halbherzig!

  2. Aktuell gibt es keine belegte Verbindung in Richtung Kreml.
    ​Aufgrund der bisherigen Lage und ähnlicher Sabotageakte in Europa lässt sich eine solche Spur jedoch keineswegs ausschließen. Die Ermittler nehmen derzeit das Bekennerschreiben der Vulkangruppe ernst, prüfen aber gleichzeitig, wer im Hintergrund die Fäden gezogen haben könnte. Wer am Ende politisch am meisten von diesem Chaos profitiert, wird sich erst noch zeigen müssen.

    Es geht hier nicht um Mutmaßungen, sondern um eine wachsame Beobachtung aller möglichen Spuren in einer für die Stadt schwierigen Zeit.

  3. Avatar von Agricola
    Agricola

    In der linken Ecke der demokratischen Mitte wird schon mal fleißig am Putin-AfD-Narrativ gebastelt.

  4. Dass die afd auffallend russlandfreundlich ist trotz des gewaltigen Angriffskrieges Russlands seit vier Jahren, der ganz Europa bedroht, ist ja nichts, was bisher nur Linken aufgefallen wäre.

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