Der Schlag gegen die russische Geldpipeline

Warum die Ukraine keine Wahl hat…

​Wir schreiben den Dezember 2025. Der Winter in der Ukraine ist hart, und er wird künstlich verschlimmert. Die aktuelle Lage ist mehr als kritisch: Russland setzt seine brutalen Angriffe auf die zivile Infrastruktur fort. In Kyjiw und anderen Städten kämpfen die Menschen gegen Kälte und Dunkelheit, weil Kraftwerke gezielt bombardiert werden. Diese Angriffe kosten täglich Menschenleben und terrorisieren eine ganze Bevölkerung.

​Finanziert wird dieser Terrorapparat durch Milliarden, die Russland mit Ölexporten verdient. Die sogenannte „Schattenflotte“ umgeht westliche Sanktionen und hält Putins Kriegsmaschine am Laufen. Genau hier setzt die Ukraine nun an: Mit Seedrohnen vom Typ Sea Baby wurden Tanker wie die Virat oder die Kairos attackiert. Doch statt blinder Zerstörung zielt die Ukraine auf die Logistik des Gegners.

​Warum dieser Angriff ethisch gerechtfertigt ist

​Schaut man sich die Situation moralisch genau an, wird klar: Die Ukraine handelt hier nicht aus Rache, sondern aus purer Notwehr. Und dabei geht sie erstaunlich besonnen vor.

​Erstens ist da das Prinzip der Verhältnismäßigkeit. Russland greift Wohnhäuser, Schulen und Krankenhäuser an – Ziele, die nichts mit militärischer Notwendigkeit zu tun haben. Die Ukraine hingegen greift wirtschaftliche Ziele an, die direkt den Krieg finanzieren. Ein Öltanker, der Geld für Raketen beschafft, ist in diesem Kontext kein unschuldiges Zivilschiff mehr. Er ist ein radschraube im Getriebe des Krieges. Wer dem Aggressor die Mittel entzieht, schützt am Ende unzählige Menschenleben. Ethisch gesehen wiegt das Leben von Zivilisten in der Ukraine schwerer als der Profit einer Reederei oder der materielle Schaden an einem Schiff.

​Zweitens zeigt die Ausführung der Angriffe eine hohe moralische Disziplin. Die ukrainischen Drohnen zielen auf die Maschinenräume. Das Ziel ist es, die Schiffe fahruntüchtig zu machen, nicht sie zu versenken oder eine Ölpest auszulösen. Das ist ein gewaltiger Unterschied zu russischen Taktiken. Die Ukraine nimmt Rücksicht auf die Umwelt, soweit es in einem Überlebenskampf möglich ist. Man könnte sagen: Kyjiw führt den Krieg so sauber, wie es ein schmutziger Krieg eben zulässt.

​Drittens füllt die Ukraine ein moralisches Vakuum, das der Westen hinterlassen hat. Da internationale Sanktionen umgangen werden und viele Länder wegschauen, um weiter billiges Öl zu bekommen, muss die Ukraine handeln. Es wäre ethisch absurd zu verlangen, dass sich das Opfer totschlagen lässt, nur weil die internationale Gemeinschaft ihre eigenen Regeln nicht durchsetzt. Die Angriffe sind der einzige wirksame Hebel, um die Einnahmen Russlands direkt zu schmälern – und das funktioniert, wie die sinkenden Steuereinnahmen im November zeigen.

​Der Preis der Freiheit

​Die ethische Waagschale neigt sich hier eindeutig zugunsten der Ukraine. Wer angegriffen wird, hat das Recht, dem Angreifer die Waffe aus der Hand zu schlagen – oder eben den Geldbeutel, der die Waffe bezahlt.

Die Ukraine riskiert zwar Kritik wegen möglicher Umweltgefahren, aber sie handelt aus einer existentiellen Notwendigkeit heraus. Solange Russland versucht, die Ukraine von der Landkarte zu tilgen, ist jeder Schlag gegen die russische Kriegskasse nicht nur erlaubt, sondern moralisch geboten. Es ist der Versuch, einen endlosen Krieg abzukürzen, indem man ihm den Treibstoff entzieht.

Quelle: Basierend auf der Analyse von Maxim Kireev, „Angriff auf russische Tanker: Die Jagd auf die Schattenflotte ist eröffnet“, ZEIT Online, 8. Dezember 2025.


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