Warum wir das neue BMW-Design (noch) nicht verstehen

Symbolbild

Es ist nicht leicht, ein Visionär zu sein. BMW muss das gerade am eigenen Leib erfahren. Da präsentiert die Marke eine wahre Revolution der Form, eine Befreiung von automobiler Langeweile, und was erntet sie? Unverständnis.

Überall Nörgler und Traditionalisten, die an völlig überholten Konzepten wie „Proportion“ oder „dezenter Eleganz“ hängen. Welch Mangel an Weitsicht.

Das Kunstwerk an der Front

Nehmen wir das Herzstück dieser Bewegung: die Niere. Sie ist kein Bauteil mehr, sie ist ein Manifest. Sie ist die Befreiung der Frontpartie von der Tyrannei der Aerodynamik und der Diktatur des Unterstatements.

BMW hat endlich verstanden: Ein Gesicht braucht Charakter, und Charakter braucht nun einmal FlächeSehr, sehr viel Fläche. Es ist fast schon großzügig, dass überhaupt noch Platz für Scheinwerfer gelassen wurde. Wo andere noch zaghaft ihre Logos platzieren, hat BMW der Frontpartie eine ganzheitliche Bestimmung gegeben.

Die Erleuchtung

Und dann dieser geniale Schachzug, dieses Statement auch noch zu beleuchten. Der „Iconic Glow“ ist pure Dienstleistung am Mitmenschen. Er warnt den Vordermann sanft (oder auch weniger sanft) davor, dass hier automobile Hochkultur im Anrollen ist. Es ist die Aura des Erfolgs, die dem Auto buchstäblich vorauseiltPraktisch und tiefsinnig zugleich.

Ein Design, das filtert

Dieses Design ist womöglich notwendig. Es ist ein Filter. Es trennt die ästhetische Spreu vom Weizen.

Wer dieses Design nicht sofort als Geniestreich erkennt, hat es vielleicht auch einfach nicht verdient, es zu verstehen. Es ist ein Design für Menschen, die wissen, was sie wollen, und – was noch wichtiger ist – die wollen, dass jeder andere es auch sofort weißDiskretion ist schließlich das letzte Refugium derer, die nichts zu zeigen haben.

Abschließende Anerkennung

Man muss BMW fast schon dankbar sein. Sie haben uns erlöst von der Eintönigkeit des guten Geschmacks. Sie haben den Mut bewiesen, alles auf eine Karte zu setzen – und diese Karte ist glücklicherweise sehr, sehr groß und leuchtet auch noch. Ein wahrhaft strahlendes Kapitel Automobilgeschichte.


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