
Die infame Grausamkeit Putins und seiner Entourage
Wir schreiben das Jahr 2025. Es ist November. Bald vier Jahre ist es her, dass Wladimir Putin und der Kreml entschieden haben, ein ganzes Land, die Ukraine, in Schutt und Asche zu legen. Vier Jahre eines Krieges, der so bösartig, so gemein und so unmenschlich ist, dass einem die Worte fehlen.
Während Du das hier liest, vielleicht auf dem Weg zur Uni, in der Bahn oder auf Deinem Sofa, sitzen die Verantwortlichen – Putin und seine Entourage – fein und fett und sicher in ihren palastartigen Büros und Bunkern. Weit weg von den Raketen, den Drohnen und dem Tod, den sie täglich befehlen.
Es ist ein Krieg, der vom ersten Tag an auf Niedertracht aufgebaut war.
Erinnert Ihr Euch an Butscha? Die Bilder aus dem Vorort von Kyjiw, direkt nach dem Abzug der russischen Truppen, haben sich in das Gedächtnis Europas gebrannt. Zivilisten, hingerichtet auf offener Straße. Manche mit auf den Rücken gefesselten Händen. Menschen, die einfach nur versuchten, mit dem Fahrrad Brot zu holen.
Erinnert Ihr Euch an Mariupol? Eine blühende Stadt, dem Erdboden gleichgemacht. Das Wort „KINDER“ (ДЕTИ) in riesigen Buchstaben vor das Drama-Theater geschrieben, sichtbar aus der Luft. Es hat die russischen Piloten nicht aufgehalten. Sie warfen eine Bombe darauf und töteten Hunderte, die dort Schutz gesucht hatten. Sie bombardierten die Geburtsklinik.
Dies sind keine Unfälle. Es ist kalkulierter Terror. Es ist die gezielte Auslöschung von Menschlichkeit.
Die gestohlene Generation
Das vielleicht infamste Verbrechen dieses Krieges geschieht im Stillen, jeden einzelnen Tag. Russland entführt systematisch ukrainische Kinder. Wir reden hier nicht von ein paar Dutzend, sondern von Zehntausenden.
Diese Kinder werden ihren Familien entrissen, in Lager nach Russland verschleppt und einer brutalen Gehirnwäsche unterzogen. Sie werden gezwungen, die russische Hymne zu singen, lernen eine verdrehte „Geschichte“ und bekommen gesagt, ihre Heimat, die Ukraine, existiere nicht.
Noch perverser: Wie die Recherche von Journalisten aufdeckte, tauchen einige dieser Kinder auf russischen Adoptions-Webseiten auf – neue Namen, neue Identitäten. Ihre Vergangenheit wird ausgelöscht.
Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat aus diesem Grund Haftbefehl gegen Wladimir Putin und seine sogenannte „Kinderrechtsbeauftragte“ Maria Lwowa-Belowa erlassen. Der Vorwurf: Kriegsverbrechen. Die ukrainische Regierung nennt es beim Namen: Völkermord.
Der Winter als Waffe
Und jetzt, im November 2025, sehen wir die Fortsetzung dieser Rücksichtslosigkeit. Genau wie in den Wintern zuvor, greift Russland wieder gezielt die Energie- und Wasserversorgung der Ukraine an.
Erst vor wenigen Tagen, Ende Oktober und Anfang November, wurden bei massiven Angriffen Einrichtungen in zehn verschiedenen Regionen getroffen. In der Großstadt Dnipro schlug eine Rakete in ein Wohnhaus ein, tötete drei Menschen und verletzte über ein Dutzend.
In Kyjiw, in Poltawa, in Krementschuk – überall im Land fällt der Strom aus. Stundenlang. Manchmal 16 Stunden am Stück. Das bedeutet: Kein Licht, keine Heizung, kein Wasser.
Das ist der Plan des Kremls: die Zivilbevölkerung in die Dunkelheit und die Kälte zu bomben. Sie sollen frieren. Sie sollen verzweifeln.
Die schweigende Mehrheit und die lauten Helfer
Dieser Krieg wird nicht nur von Putin geführt. Er wird getragen von sehr vielen Russen in Russland. Getränkt von jahrelanger, ununterbrochener Staatspropaganda und einem tief sitzenden Imperialismus, befürworten sie diesen Angriff.
Und sie haben ihre Unterstützer im Westen. Auch bei uns in Deutschland. Es gibt Vertreter extremistischer Parteien, die sich nicht schämen, hinter vorgehaltener Hand – aber doch für jeden sichtbar – eine Sache mit dem Kreml zu machen. Sie verbreiten die Lügen des Aggressors und versuchen, die Unterstützung für die Ukraine zu untergraben.
Man muss sich klarmachen: Sollte diese Brutalität Erfolg haben, sollte die Ukraine fallen, wird es nicht das Ende sein. Es wäre, so warnen zahllose Experten und die Staaten an Russlands Grenze, nur der Anfang von weiteren Angriffskriegen gegen den Westen.
Was bleibt
Was bleibt, ist Fassungslosigkeit. Fassungslosigkeit darüber, dass ein Mann und sein Regime im 21. Jahrhundert einen Vernichtungskrieg in Europa führen können, während sie sicher im Luxus leben.
Sie stehlen Kinder, lassen Menschen erfrieren und bombardieren Theater. Und die Welt schaut zu, seit bald vier Jahren.



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