Ein Buch, das den Sonntagsgottesdienst verändern könnte

Ein neues, aufschlussreiches Werk verspricht, selbst vertraute biblische Texte in einem völlig neuen Licht erscheinen zu lassen. Der Autor Dr. Josef Bordat veröffentlicht am 8. September 2025 sein Buch „Das ABC der Guten Nachricht. Anmerkungen zu den Sonntagsevangelien“ .

Das 652 Seiten starke Buch widmet sich den Evangelien, die in der katholischen Liturgie im Rahmen eines Drei-Jahres-Zyklus vorgetragen werden. Es bietet damit eine tiefgehende Begleitung für regelmäßige Kirchgänger und Theologie-Interessierte. Der Fokus liegt dabei auf den Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas. Das erklärte Ziel des Buches ist es, durch sprachliche und exegetische Analyse die eine oder andere Überraschung in den oft gehörten Texten zu Tage zu fördern. Es geht also darum, die Grundlage des christlichen Lebens – die Gute Nachricht – neu zu entdecken.

Der Autor selbst bringt eine beeindruckende und vielseitige akademische Laufbahn mit. Josef Bordat, Jahrgang 1972, ist nicht nur Doktor der Philosophie und Magister der Theologie, sondern auch Diplom-Ingenieur und hat zudem Soziologie und Geschichtswissenschaften studiert, unter anderem in Berlin und Arequipa/Perú. Diese breite wissenschaftliche Grundlage verspricht einen vielschichtigen und fundierten Blick auf die heilige Schrift. Bordat lebt und arbeitet heute als freier Autor in Berlin.

Für alle, die ihren Glauben vertiefen oder die biblischen Texte mit frischen Augen sehen möchten, ist diese Neuerscheinung eine klare Empfehlung. Das Werk erscheint als Hardcover, Softcover und E-Book und ist somit für jeden zugänglich.


Mehr als nur sonntags: Was Sie über die Evangelien noch nicht wussten…

Kennen Sie das? Sie sitzen am Sonntag in der Kirche, hören das Evangelium und denken sich: Die Geschichte kenne ich schon. Doch was, wenn in den altbekannten Worten tiefe Einsichten und überraschende Perspektiven stecken, die uns im Alltag oft verborgen bleiben? Dr. Josef Bordat nimmt uns in seinem Buch „Das ABC der Guten Nachricht“ mit auf eine Entdeckungsreise durch die Sonntagsevangelien und zeigt, dass die „Gute Nachricht“ noch vielschichtiger und relevanter ist, als wir oft ahnen.

Zurück zu den Wurzeln: Wenn Worte Welten öffnen

Eine der größten Stärken des Buches ist Bordats Blick auf die Originalsprache. Er belässt es nicht bei der deutschen Übersetzung, sondern gräbt tiefer und schaut sich die griechischen Begriffe an. Plötzlich wird aus einer einfachen „Umkehr“ (μετανοεῖτε) eine Aufforderung, die „Gesamtmeinung über sich selbst zu ändern“. Das ist mehr als nur ein frommer Vorsatz – es ist eine radikale Neuausrichtung des eigenen Denkens und Seins.

Oder nehmen wir die Seligpreisungen. Selig sind, „die arm sind vor Gott“? Bordat erklärt anhand des griechischen Textes (πτωχοὶ τῷ πνεύματι), dass es um eine Armut „im Geist“ geht. Er zieht sogar den Philosophen und Mystiker Meister Eckhart hinzu, um zu verdeutlichen, was diese Leere bedeutet: nichts haben, nichts wissen und nichts wollen. Erst in dieser vollkommenen Offenheit kann Gott wirklich in uns wirken. Dieser philologische und philosophische Tiefgang zieht sich durch das ganze Buch und lässt altbekannte Stellen in einem völlig neuen Licht erscheinen.

Gottes Logik ist anders: Warum die Letzten die Ersten sind

Bordat scheut sich nicht, auch die verstörenden und unbequemen Seiten der Evangelien zu beleuchten. Immer wieder arbeitet er heraus, wie Jesu Botschaft unsere menschliche Logik von Leistung und Lohn auf den Kopf stellt.

  • Die Arbeiter im Weinberg: Warum erhält der, der nur eine Stunde gearbeitet hat, den gleichen Lohn wie die, die den ganzen Tag geschuftet haben? Weil Gottes Gerechtigkeit Barmherzigkeit ist und nicht unserem weltlichen Maß entspricht. Es geht nicht um die abgeleisteten Stunden, sondern um die Einladung Gottes, die für alle gilt – egal, wann sie ankommen.
  • Die beiden Söhne: Der eine sagt „Ja“ und tut nichts, der andere sagt „Nein“, bereut und tut es doch. Jesus macht klar: Am Ende zählt nicht das Lippenbekenntnis, sondern die tätige Reue, die Umkehr des Herzens.
  • Gott und der Mammon: Jesus fordert uns unmissverständlich auf, uns zu entscheiden. Man kann nicht zwei Herren dienen. Der „ungerechte Mammon“ soll genutzt werden, um Gutes zu tun und Freundschaften zu stiften, nicht um ihn anzuhäufen.

Diese Beispiele zeigen, dass der Glaube eine radikale Entscheidung erfordert. Es geht nicht um ein bisschen Nächstenliebe hier und da, sondern um eine grundlegende Haltung, die unser gesamtes Leben prägt.

Ein Spiegel für heute: Vom Tempel in die Sozialen Medien

Was das Buch besonders lesenswert macht, ist der ständige Brückenschlag in unsere heutige Zeit. Bordat zeigt, wie aktuell die Evangelien sind, wenn er…

  • …im Verhalten des Heiligen Josef, der seine Verlobte Maria nicht öffentlich bloßstellen will, ein Gegenmodell zu den Skandalen und öffentlichen Anprangerungen in den Sozialen Medien sieht.
  • …Jesu Warnung vor dem verletzenden Wort („Du Dummkopf!“) mit modernen Konzepten wie „symbolischer Gewalt“ in Verbindung bringt und uns daran erinnert, welche Macht unsere Worte haben.
  • …die Berufung der Apostel, die „alles zurückließen“, als Aufruf versteht, unsere inneren Prioritäten radikal zu ändern, auch wenn wir unseren Job und unsere Familie nicht physisch verlassen.

„Das ABC der Guten Nachricht“ ist somit mehr als eine auserzählte Sammlung von Kommentaren. Es ist eine Einladung, tiefer zu graben, die Evangelien neu zu entdecken und ihre transformative Kraft für das eigene Leben ernst zu nehmen. Wer bereit ist, sich auf sprachliche Feinheiten, philosophische Exkurse und unbequeme Fragen einzulassen, wird mit einem reicheren und lebendigeren Verständnis des christlichen Glaubens belohnt.

Das Buch finden Sie beispielsweise hier bei Amazon.


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Kommentare

Ein Kommentar zu „Ein Buch, das den Sonntagsgottesdienst verändern könnte“

  1. 📖 It’s fascinating how the book promises a fresh perspective on familiar biblical texts and could refresh the experience of Sunday services. ✨

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