Harvard: Der neue Schrebergarten der Bildung

Die jüngste Entscheidung der US-Regierung, der ehrwürdigen Harvard University die Aufnahme ausländischer Studenten zu untersagen, ist ein leuchtendes Beispiel für visionäre Politik. Man fragt sich ja schon lange, warum eine amerikanische Universität, die sich dem Fortschritt verschrieben hat, überhaupt noch ausländisches Gedankengut zulassen sollte. Schließlich haben die Vereinigten Staaten, wie wir alle wissen, die Bildung perfektioniert. Es gibt nichts mehr zu lernen von jemandem, der nicht in den USA geboren wurde und somit nicht von Kindesbeinen an die unfehlbaren Prinzipien der amerikanischen Lebensart verinnerlicht hat.

US-Heimatschutzministerin Kristi Noem hat das vollkommen richtig erkannt. Wenn Harvard es nicht schafft, ein „sicheres Umfeld für jüdische Studenten“ zu schaffen und obendrein noch frech „antiamerikanischen, pro-terroristischen Agitatoren“ eine Bühne bietet, dann ist die logische Konsequenz natürlich, den Laden dichtzumachen für alle, die nicht von hier sind. Und die vagen Anschuldigungen der Zusammenarbeit mit der Kommunistischen Partei Chinas? Nun, da braucht man doch keine Beweise. Das ist doch gesunder Menschenverstand. Wer braucht schon Fakten, wenn man Vermutungen hat, die so schön ins eigene Weltbild passen?

Die 6.800 ausländischen Studierenden, die nun die Universität verlassen müssen oder ihren Aufenthaltsstatus verlieren, sind natürlich bedauerliche Kollateralschäden. Aber man muss Prioritäten setzen. Und die Priorität ist hier eindeutig die Reinheit des amerikanischen Geistes. Man stelle sich vor, ein brillanter junger Kopf aus Deutschland, Indien oder China könnte tatsächlich eine Idee haben, die nicht zu 100% mit der aktuellen Regierungslinie übereinstimmt! Das wäre doch unerträglich für die fragile Psyche des amerikanischen Durchschnittsstudenten, der ja schon jetzt unter der Last seiner überdurchschnittlichen Bildung leidet.

Kurz gesagt: Harvard wird nun zu dem, was es schon immer sein sollte: eine geschlossene Gesellschaft für die wahre Elite. Und wer weiß, vielleicht wird ja bald auch die Mensa nur noch heimische Kost anbieten. Keine Sushi-Rollen mehr, keine italienische Pasta. Nur noch echte amerikanische Hamburger. So wird die Bildung in den USA nicht nur besser, sondern auch kulinarisch reiner. Ein Hoch auf den intellektuellen Isolationismus! Möge er uns alle zu noch größerer Ignoranz führen.

Quelle Tagesschau


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