
Man muss ja auch mal Glück haben im Leben. Und die US-Regierung, speziell Präsident Donald Trump, hat dieser Tage richtig Dusel. Da flattert doch glatt ein Luxusflugzeug aus Katar ins Haus – oder besser gesagt, in den Hangar der Air Force. Einfach so. Geschenkt. Keine Korruption, versteht sich. Wer würde denn so etwas auch nur ansatzweise denken? Das wäre ja geradezu absurd.
Das Pentagon hat also, nach reiflicher Überlegung und sicherlich unter Ausschluss jeglicher Beeinflussung, entschieden: Diese Boeing 747, ein großzügiges Präsent des Golfstaats, wird die neue Air Force One. Verteidigungsminister Pete Hegseth hat das Maschinchen „im Einklang mit allen Vorschriften“ akzeptiert. Na, wenn das so ist, dann kann ja nichts mehr schiefgehen. Man stelle sich vor, es gäbe Vorschriften, die solche großzügigen Gaben von, sagen wir mal, interessierter Seite problematisieren würden. Aber so ist das zum Glück nicht.
Präsident Trump selbst, bekannt für seine bescheidene Art, kommentierte den Vorgang gewohnt souverän: „Sie geben der Luftwaffe der Vereinigten Staaten einen Jet.“ Klare Worte. Ein NBC-Journalist, der es wagte, nachzufragen – man fasst es nicht, diese Neugier! – wurde umgehend als „fürchterlicher Reporter“ entlarvt. So stellt man sicher, dass die wirklich wichtigen Fragen nicht gestellt werden. Zum Beispiel, ob in dem Flieger vielleicht noch ein paar kleine Überraschungen versteckt sind. So ein modernes Trojanisches Pferd, nur eben mit Flügeln und deutlich mehr Sitzkomfort. Aber einem geschenkten Gaul, oder in diesem Fall einem geschenkten Jumbo-Jet, schaut man ja bekanntlich nicht ins Maul. In Troja hätte man das vielleicht anders gesehen, aber die hatten ja auch keine Ahnung von moderner Diplomatie und selbstloser Großzügigkeit.
Kritik an dieser uneigennützigen Geste gab es natürlich auch. Oppositionelle Demokraten, klar. Aber sogar einige Trump-nahe Republikaner zeigten sich irritiert. Vermutlich nur aus Neid, weil sie nicht so ein schickes Flugzeug geschenkt bekommen haben.
Details zur Umrüstung oder wann genau der Präsident mit seinem neuen, völlig unverfänglich erworbenen Fluggerät abheben wird, sind noch nicht bekannt. Aber eines ist sicher: Es wird großartig. Und absolut im besten Interesse der amerikanischen Bevölkerung. Ganz bestimmt.
Quelle ZEIT ONLINE



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