
Putins „Frieden“: Bomben statt Botschafter
Während die Welt noch über potenzielle „Friedensverhandlungen“ irgendwo nachdenkt oder eine russische low-level Delegation als zynisches Feigenblatt nach Istanbul geschickt wurde, liefert Wladimir Putin die blutige Realität seiner „Friedens“-Vision. Heute Morgen wurde wieder einmal mit erschreckender Klarheit bewiesen: Dieser Mann will keinen Frieden. Er will Sieg durch Zerstörung.
Denn während über diplomatische Tänzchen geredet wird, spricht die russische Armee Klartext an der Front. Im Donezk sind russische Truppen an einem wichtigen Frontabschnitt bei Torezk und Pokrowsk deutlich vorangekommen. Sie haben Siedlungen eingenommen, hissen ihre Flaggen in Oleksandropil und Nowa Poltawka. Das ist keine Vorbereitung auf Verhandlungen; das ist eine brutale Offensive, ein Territorialgewinn, der mit jedem Meter die Grundlage für einen echten, gerechten Frieden weiter untergräbt. Putins Idee von „Verhandlung“ ist offensichtlich: Wir schaffen Fakten durch Gewalt, ihr akzeptiert sie danach.
Als wäre das nicht genug Hohn, folgte heute Nacht der größte russische Drohnenangriff seit Kriegsbeginn. 273 Drohnen, eine schier unfassbare Zahl, wurden in einer einzigen Nacht abgeschossen, um Terror zu verbreiten. Das Ziel? Nahe Kyjiw, im Osten der Ukraine – zivile Gebiete. Das Ergebnis? Eine Tote, mindestens drei Verletzte, darunter ein vier Jahre altes Kind. Das sind keine militärischen Ziele. Das ist kaltblütiger Terror gegen Zivilisten. Über vier Stunden dauerte der Angriff aus dem Nachthimmel, einer der schwersten Angriffe auf die Hauptstadtregion.
Wer bei solchen Meldungen noch von Putins Interesse an einem echten Frieden spricht, muss entweder blind sein oder die zynische Propaganda des Kremls bereitwillig schlucken. Der Mann, der eine rekordverdächtige Anzahl an Mordwerkzeugen auf ukrainische Städte schickt und gleichzeitig seine Truppen vorrücken lässt, hat kein Interesse an einer Deeskalation, an einem Waffenstillstand oder an irgendeinem Kompromiss, der nicht die volle Unterwerfung der Ukraine bedeutet.
Die „Verhandlungen“ mit einer befugnislosen Delegation sind das eine, der Bombenhagel und die brutale Offensive sind das andere. Und nur Letzteres zeigt Putins wahre Absichten. Sein „Friedensplan“ ist der Krieg. Punkt.
Quelle ZEIT ONLINE



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