
Es war ein langer Tag. Jesus hatte mit den Leuten geredet, erzählt, geheilt – stundenlang. Am Abend sagt er zu seinen Freunden:
„Kommt, wir fahren ans andere Ufer.“
Sie steigen ins Boot. Ein paar von ihnen – erfahrene Fischer – nehmen das Steuer. Der See ist ruhig, die Sonne versinkt langsam hinter dem Horizont. Stille. Frieden. Alles gut.
Jesus legt sich hinten ins Boot. Schläft ein.
Doch dann. Plötzlich.
Wind. Wellen. Chaos.
Wie aus dem Nichts bricht ein Sturm los. Der See von Galiläa kann das – in Minuten von spiegelglatt zu Hölle auf Wasser.
Die Jünger kämpfen. Rudern. Schöpfen Wasser aus dem Boot. Schreien durcheinander. Angst packt sie. „Wir gehen unter!“
Und Jesus?
Schläft immer noch.
Sie rütteln ihn wach.
„Jesus! Siehst du nicht, dass wir sterben? Interessiert dich das überhaupt?“
Jesus öffnet die Augen. Steht auf.
Schaut in den Sturm. Und sagt:
„Ruhe. Sei still.“
Der Wind hört auf. Die Wellen legen sich. Totenstille.
Dann schaut er seine Freunde an:
„Warum habt ihr solche Angst? Vertraut ihr mir so wenig?“
Sie stehen einfach da. Fassungslos.
„Wer ist dieser Mann, dass ihm sogar Wind und Wellen gehorchen?“
Klingt wie ein Naturwunder, oder?
Aber vielleicht geht’s um mehr.
Vielleicht erzählt die Geschichte nicht nur vom Wetter, sondern von dem, was in uns abgeht.
Von Nächten, in denen du nicht weiterweißt.
Von Zeiten, in denen alles zu viel ist – Schule, Familie, Druck, Angst, Zweifel.
Und dann ist da Jesus.
Der manchmal schläft, wenn du meinst, du brauchst ihn am dringendsten.
Der aber trotzdem da ist.
Und der sagen kann:
„Ruhe. Sei still.“
Nicht immer ändert er die Situation.
Aber er kann dein Inneres ruhig machen.
Mitten im Sturm.
Das ist vielleicht das eigentliche Wunder.



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