München testet neue Rolltreppe in den Himmel

München. Wer bisher dachte, der Weg in den Himmel sei steinig, hat den Fortschritt unterschätzt. Seit Kurzem steht in der Münchner Innenstadt eine Rolltreppe mitten auf dem Kopfsteinpflaster, die – so scheint es – direkt in die Wolken führt. Offiziell firmiert sie unter dem Namen Projekt Transzendenz, inoffiziell wird sie bereits liebevoll „Atheisten-Rampe“ genannt.

Zielgruppe der Maßnahme sind ausdrücklich Menschen, die „noch unentschlossen sind, ob es da oben wirklich etwas gibt“. Die Stadt spricht von einem „niedrigschwelligen Angebot zur metaphysischen Orientierungshilfe“. Wer hinauffährt, soll sich ein eigenes Bild machen können – vorausgesetzt, er oder sie bringt die nötige Portion Zweifel und einen stabilen Kreislauf mit.

Laut Projektleiter Dr. Hans Immerdar wurde die Idee bei einer Sitzung zur „Nachhaltigen Sinnfindung im urbanen Raum“ geboren. „Gerade in einer Stadt mit so vielen Kirchtürmen wollten wir ein Zeichen setzen – für alle, die gern mit Distanz draufschauen“, sagt er, während sich eine Touristengruppe neugierig dem Einstieg nähert.

Die Rolltreppe endet knapp oberhalb der Wolkendecke. Was dort geschieht, bleibt streng vertraulich. „Wer wieder herunterkommt, ist entweder erleuchtet, enttäuscht oder hungrig“, berichtet eine Passantin, die schon zweimal oben war, sich aber „noch nicht ganz sicher“ ist.

Kritik kommt unter anderem vom Verein zur Förderung traditioneller Aufstiege. Man befürchte, dass „die jahrtausendealte Praxis des Glaubensweges durch eine einfache Komfortlösung ersetzt“ werde. Die Stadt sieht das gelassen. „Wir arbeiten bereits an einer sitzbeheizten Version für Zweifler 60+“, heißt es aus dem Rathaus.


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