
Es ist wieder passiert: Ein Unterseekabel in der Ostsee wurde beschädigt. Wahrscheinlich mal wieder von einem russischen Schiff, das rein zufällig genau dort langfuhr. Aber keine Sorge, die NATO steht bereit, mit scharfen Protestnoten und beispielloser Entschlossenheit.
Schweden ermittelt, Lettland ist besorgt, und die NATO entsendet Schiffe und Flugzeuge, um intensiv zu untersuchen, was ohnehin jeder ahnt. Doch was wird die Reaktion sein? Wirtschaftssanktionen? Ein Stopp russischer Schiffe in NATO-Gewässern? Harte militärische Maßnahmen? Nein, natürlich nicht. Es wird telefoniert, beraten und schließlich ein gemeinsames Statement veröffentlicht, das Russland aufs Schärfste verurteilt.
Vielleicht schreibt die EU noch eine neue Resolution, in der Putin sehr, sehr nachdrücklich aufgefordert wird, das bitte nicht noch einmal zu tun. Deutschland könnte sogar erwägen, die Gorch Fock auf eine symbolische Patrouillenfahrt zu schicken.
Und Moskau? Dort wird man sich vor Lachen den Wodka verschütten. Während russische „Fischerboote“ offenbar weiter ungestört Kommunikationsleitungen zerstören, bleibt der Westen seinem bewährten Kurs treu: Er zeigt sich tief besorgt.
Das ist Diplomatie auf höchstem Niveau – und eine Einladung für die nächste „ungeklärte“ Beschädigung.



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