So schnell hätte es gehen können

Symbolbild

Heute Vormittag fuhren wir durchs Chiemgau in Richtung Bad Reichenhall über die Landstraßen.

Ich saß am Steuer und fahre schon seit Jahrzehnten und eigentlich vorsichtig und recht sicher.

Mit im Auto noch vier Mitfahrer.

Irgendwann muss ich husten und stelle fest, dass ein paar Tröpfchen aus dem Mund auf dem Lenkrad gelandet sind. Peinlich berührt wische ich sie weg. Vielleicht hat es niemand bemerkt. Und dann sind wir im Ort und ich wische irgendwo noch ein kleines Tröpfchen vom Lenkrad weg. Blicke wieder auf. Sehe einen dicken BMW kurz vor mir. Während ich aufs Lenkrad blickte, diesen kurzen Augenblick nur, hatte ich das Lenkrad scheinbar ein bisschen nach links verrissen. Der große BMW. Unser Auto zwar auch groß und mit Airbags. Automatisch hämmere ich auf die Bremse und reiße das Lenkrad nach rechts. Nichts passiert. Wir fahren aneinander vorbei. Noch einmal gut gegangen. Als wäre nichts gewesen.

So schnell kann es gehen. Könnte es gehen. Hätte es gehen können.

Es war in der Ortschaft, das entgegenkommende Fahrzeug und wir waren jeweils höchstens 50 km/h schnell, aber insgesamt sind das dann doch 100 km/h, die aufeinander geprallt wären, wenn auch seitlich versetzt. Zwei große Autos, beide mit Airbags. Die Überlebenschancen wären wohl verhältnismäßig gut gewesen. Aber trotzdem. Das wäre ein ziemlich unangenehmer Unfall gewesen. Und wer weiß, vielleicht hätte sich der ein oder andere doch verletzt, vielleicht schwerer.

Und so leicht kann es gehen. Da glaubt man, man sei ein guter und umsichtiger Autofahrer und fährt seit Jahrzehnten unfallfrei und dann wähnt man sich in Sicherheit und lässt sich von einem Huster ablenken. Meine Güte. In letzter Sekunde. Eine Sekunde, die alles geändert hätte.

Ich bin Gott unendlich dankbar, dass er, so glaube ich, mich gerade noch rechtzeitig hat aufblicken lassen, so dass ich reflexartig richtig reagieren konnte.

Von ganzem Herzen Dank, Gott, für diese Bewahrung!


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Kommentare

6 Kommentare zu „So schnell hätte es gehen können“

  1. @theolounge Ja, Gott sei Dank! Aber auch Dir! Dass Du es geschafft hast, die Gefahr für alle abzuwenden. Und dass Du es hier offen und ehrlich berichtest! Der Starke steht zu seinen Schwächen. Alles hat mehrere Aspekte, dieses Erlebnis ist ein Auslöser zum Innehalten und Nachdenken. Das ist das Beste, was man daraus machen kann.
    Ich glaube nicht, dass Gott in solchen Situationen "persönlich" eingreift. Das würde unendliche viele Widersprüche und Zweifel auslösen. Zum Beispiel: Was ist mit anderen Menschen, die verunglücken? Sind die weniger wert? Aber die alleinige Existenz solcher Ereignisse ist wertvoll, weil sie uns reflektieren lassen (können). Alles Gute Dir, und nochmals Danke!

  2. Ja, das Problem mit anderen Menschen, die verunglücken, kann ich natürlich nicht lösen, aber es ist schon die christliche Vorstellung, dass Gott eingreifen kann. Sonst bräuchte man auch nicht zu beten sondern würde Gebet nur als psychologische Selbstreflexion sehen.
    Aber gut, das ist einfach Ansichtssache.

  3. @theolounge Eine interessante Beschreibung des Betens, die Du da nennst. Es ist ja nicht nur Reflexion sondern auch gleichzeitig eine persönliche Positionierung zu einem Sachverhalt.
    Jesus lehrt uns das Beten, und zwar in seiner eindrucksvoll klaren Art. Er hat daran geglaubt, als gläubiger Mensch(!) jüdischer Religion.
    Ich finde, das ist ein spannender Diskussionspunkt, und auch hier, wie auch anderswo in Deinem Blog, vermisse ich Meinungen und Beiträge anderer Leser. Schade ist das. Man muss die Meinung in Deinen Texten ja nicht teilen, aber es sind so oft gute Ansätze, um ins Gespräch zu kommen. Was kann man tun, um mehr Menschen zu erreichen? Und sie zu einer Reaktion zu bewegen?

  4. Danke dir für die Rückmeldung. Also hier lesen schon einige Leute rein jeden Tag, aber es kommentieren eben nur wenige. Was man dagegen machen könnte? Keine Ahnung. Vielleicht den Blog weiterempfehlen?

  5. @theolounge Oder die Leser mal zur Diskussion auffordern? Hallo Leute, wo bleibt euer Senf dazu??? 😋

  6. Hmmm… Ich glaube, dass wissen die schon selbst, ob sie nur lesen oder auch kommentieren wollen.
    Wenn man selber online Zeitung liest, liest man ja meistens auch nur.

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