
Elon Musk, einst als gefeierter Innovationsheld bejubelt, hat mit seinen politischen Eskapaden mittlerweile eine Schwelle überschritten, die für viele Demokraten nicht mehr hinnehmbar ist. Wer die Entwicklung seiner Social-Media-Plattform X (ehemals Twitter) zur Propagandaschleuder für Rechtsextreme und autoritäre Regime verfolgt, kann den Kauf eines Tesla kaum noch mit seinem eigenen Gewissen vereinbaren. Die Unterstützung der AfD oder Trumps spricht nämlich nicht nur gegen das Ideal einer liberalen Demokratie, sondern macht deutlich, wie sehr Musk sich selbst politisch radikalisiert hat – auf Kosten derjenigen, die mit ihren Käufen eigentlich nachhaltige Innovation statt perfider Machtrhetorik fördern wollten.
Natürlich ist ein Elektroauto per se nicht „böse“. Doch hier geht es nicht um das Produkt, sondern um die Person dahinter: Mit jedem Kauf tragen Kunden zum wirtschaftlichen und damit auch politischen Einfluss von Elon Musk bei. In Zeiten, in denen er seine Plattform für Desinformation öffnet und offen Rassisten unterstützt, wird der Autokauf zur moralischen Frage. Dass Christian Lindner sich trotzdem mit Musk treffen will, zeigt, wie sehr manche Politiker glauben, sie könnten „neutral“ von Disruptoren profitieren – ohne deren demokratiefeindliche Botschaften mitzufinanzieren.
All das wirft ein grelles Licht auf die Grundsatzfrage, ob und wann man ein Unternehmen boykottieren sollte. Die Geschichte lehrt uns, dass wirtschaftliche Macht und politische Macht sich oft gefährlich ergänzen können. Wer also den Wert von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit hochhält, muss zumindest ernsthaft in Erwägung ziehen, lieber nicht bei denen zu kaufen, die diese Werte mit Füßen treten.



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