
Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Friedrich Kramer, warnt angesichts des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine vor einer angeblichen Eskalation durch weitreichende US-Raketen, die von der Ukraine gegen Russland eingesetzt werden. Seine zentrale Botschaft: „Waffen können keinen Frieden schaffen.“ Kramer fordert, militärische Unterstützung zurückzufahren und den Fokus auf Verhandlungen zu legen. Doch diese Sichtweise krankt an Naivität, Geschichtsvergessenheit und einer fatalen Verkennung der Realität.
Der Irrtum des Pazifismus um jeden Preis
Die Forderung nach Gesprächen ist an sich sinnvoll. Diplomatie ist in jedem Konflikt ein entscheidender Baustein auf dem Weg zum Frieden. Doch was Kramer offenbar nicht erkennt, ist die Tatsache, dass Verhandlungen nur dann Erfolg haben können, wenn eine gewisse Balance der Macht besteht. Der Ukraine jegliche militärische Unterstützung zu entziehen – oder diese zu minimieren – wäre gleichbedeutend mit einer Kapitulation vor einem Aggressor, der keinerlei Interesse an Kompromissen zeigt.
Die Vorstellung, dass Waffenlieferungen die Eskalation fördern, ignoriert die Grunddynamik dieses Krieges: Russland hat die Ukraine ohne jegliche Provokation überfallen. Es war nicht die Bewaffnung der Ukraine, sondern die fehlende Abschreckung durch den Westen, die Wladimir Putin den Raum gab, diesen Krieg überhaupt zu beginnen. Kramers Appell wirkt daher wie ein Rückzug in die Komfortzone moralischer Prinzipien, die in der harten Realität schlicht wirkungslos bleiben.
Geschichtsvergessenheit in Kramers Argumentation
Kramers Behauptung, dass „Waffen keinen Frieden schaffen können“, widerspricht nicht nur der Logik, sondern auch der Geschichte. Frieden wurde in der Vergangenheit oft erst durch militärische Stärke möglich. Der Zweite Weltkrieg endete nicht, weil Adolf Hitler plötzlich die Hand zum Frieden ausstreckte, sondern weil die Alliierten ihn militärisch besiegten. Auch die Befreiung Osteuropas von der sowjetischen Diktatur wurde durch die Entschlossenheit und Stärke des Westens möglich – nicht durch Gespräche mit einem ideologisch verhärteten Regime.
Diese historischen Lektionen scheinen Kramer zu entgehen. Seine Position blendet aus, dass Frieden ohne Freiheit und Gerechtigkeit nur ein fauler Kompromiss ist. Die Ukraine kämpft nicht für eine Eskalation, sondern für ihr Überleben als souveräne Nation. Wer ihr dieses Recht abspricht, legitimiert de facto die Gewalt des Aggressors.
Der Fehler im Denken: Verhandlungen ohne Substanz
Kramer spricht sich für Verhandlungen aus, ohne klare Antworten darauf zu liefern, wie diese aussehen sollen. Mit wem soll verhandelt werden, wenn Russland weiterhin völkerrechtswidrig Territorien besetzt und offen mit dem Einsatz von Atomwaffen droht? Solange Russland keinerlei Bereitschaft zeigt, seine Aggression aufzugeben, sind Verhandlungen ein sinnloser Versuch, die Realität zu verschleiern.
Noch problematischer ist Kramers Warnung vor Anschluss-Konflikten. Selbst wenn es gelingt, einen Waffenstillstand zu erreichen, kann dies nur eine Etappe auf dem Weg zu einem stabilen Frieden sein. Diese langfristige Perspektive erfordert jedoch, dass Russland nicht für seine militärischen Abenteuer belohnt wird. Andernfalls wird jeder zukünftige Aggressor lernen, dass Gewalt ein erfolgreiches Mittel ist, um territoriale Gewinne zu erzielen.
Solidarität erfordert Mut – nicht Rückzug
Kramer betont, dass die westliche Solidarität mit den Opfern des Krieges im Vordergrund stehen müsse. Doch wahre Solidarität bedeutet, nicht nur Worte, sondern auch Taten folgen zu lassen. Es ist kein Ausdruck von Mitgefühl, der Ukraine die Mittel zu verweigern, die sie benötigt, um ihre Bevölkerung vor Bomben, Folter und Vertreibung zu schützen.
Der EKD-Friedensbeauftragte beschreibt die Ängste der Menschen in der Ukraine eindringlich. Doch gerade diese Ängste zeigen, dass die Ukraine keine Wahl hat, als sich zu wehren. Ein Frieden, der auf dem Verzicht auf Waffenlieferungen basiert, würde nicht Frieden, sondern Unterdrückung bedeuten.
Frieden braucht Stärke, sonst ist er Sklaverei und Unterwerfung
Bischof Kramers Position ist nicht nur moralisch problematisch, sondern auch gefährlich. Seine pauschale Ablehnung von Waffen als Mittel zur Friedenssicherung ignoriert die brutale Realität des Ukraine-Krieges und bietet keine tragfähige Lösung. Frieden kann nur durch Stärke erreicht werden – eine Stärke, die Aggressoren wie Russland in die Schranken weist und Verhandlungen auf einer Basis ermöglicht, die nicht von Gewalt diktiert wird.
Waffen schaffen Frieden nicht von allein. Aber ohne Waffen bleibt Frieden eine leere Hoffnung. Es ist an der Zeit, dass auch Stimmen wie die von Kramer erkennen, dass Moral nicht in Isolation existieren kann, sondern immer im Kontext der Realität stehen muss.
Russland setzt in der Ukraine offensichtlich völkerrechtlich geächtete Phosphormunition ein, die schwerste Verbrennungen verursacht:



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