
Über zwei Jahren tobt mittlerweile der größte Angriffskrieg in Europa seit ca. 80 Jahren, entfesselt durch Russland gegen die Ukraine. Während die ukrainischen Städte unter russischen Bomben leiden, fließt europäisches Geld weiterhin in die Kriegskassen von Wladimir Putin – durch den Kauf russischen Gases. Die Europäische Union, einst Leuchtturm der moralischen und demokratischen Werte, findet sich in einer selbstverschuldeten Glaubwürdigkeitskrise wieder.
Der Handel mit russischem Gas durch europäische Nationen ist nicht nur ein wirtschaftliches Unterfangen; es ist eine politische Tragödie. Die EU, die stolz Sanktionen gegen Oligarchen verkündet und mit jedem neuen Paket die Illusion von Entschlossenheit nährt, hat es versäumt, eine klare Linie gegen die Energielieferungen zu ziehen, die Putins Regime direkt finanzieren. Während Brüssel und Berlin sich gerne als Vorreiter eines energischen Sanktionsregimes inszenieren, war es tatsächlich Putin selbst, der durch die Sabotage der Nord Stream-Pipelines die Gasversorgung eingeschränkt hat. Nicht europäischer Mut, sondern russische Manipulation formte die Realität.
Diese halbherzigen Maßnahmen offenbaren eine erschreckende Diskrepanz zwischen europäischen Idealen und der Praxis. Spanien, Belgien und Frankreich profitieren weiterhin von ihrer Rolle als Transitländer für russisches LNG, das Moskau Milliarden einbringt. Die EU-Kommission rechtfertigt dies mit der Notwendigkeit, im Winter die Heizungen laufen zu lassen. Doch Experten sind sich einig: Europa könnte längst unabhängig von russischem Gas sein, wenn auch zu etwas höheren Kosten.
Die moralische Überlegenheit, die die EU im Ukraine-Krieg für sich beansprucht, wird zur Farce, solange die EU Putin als Geschäftspartner akzeptiert. In einem Krieg, der nicht nur militärisch, sondern auch systemisch ist – Demokratie gegen Despotismus –, untergräbt die EU ihre Glaubwürdigkeit durch doppelzüngige Politik. Es ist eine Schande, dass in den europäischen Hauptstädten immer noch Pläne geschmiedet werden, die lediglich symbolische Verbote vorsehen, während die Menschen in der Ukraine für Freiheit und Demokratie ihr Leben lassen.
Es ist an der Zeit, dass die EU ihre Politik der halben Maßnahmen beendet und sich klar gegen jede Form der Unterstützung des Putin-Regimes stellt. Alles andere ist nicht nur eine wirtschaftliche Fehlkalkulation, sondern auch ein moralischer Bankrott. Die Unterstützung der Ukraine sollte nicht nur aus militärischer Hilfe bestehen, sondern auch aus einem kompromisslosen Stopp jeglicher Geschäfte, die Putin finanziell stärken. Nur so kann Europa hoffen, seine moralische Integrität und seinen politischen Einfluss als Bastion der Freiheit und Demokratie in einer von Konflikten zerrissenen Welt zu bewahren.
Und nicht zuletzt sollte die EU daran denken, dass Russland weiterhin mit dem Geld der EU fleißig das eigene Militär aufrüstet und mittelfristig mit genau diesem Militär auch die EU angreifen könnte. Wäre dieses verantwortungslose Handeln der EU nicht so real, müsste man glauben, diesen absurden Irrsinn hätte sich jemand ausgedacht: Die EU liefert Russland das Geld, mit dessen Hilfe sie von Russland angegriffen werden kann.



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