
Irgendeine christliche Gemeinde missioniert gerade am Karlsplatz in München. Einerseits sicher eine gute Sache, andererseits weiß man immer nicht so genau, mit wem man es zu tun hat. Seriöse Gemeinde oder Sekte?
Wer weiß.
Nachdem ich deren Website aufgerufen habe, die ich hier allerdings nicht extra nennen möchte, und nachdem ich dort deren Glaubensbekenntnis gelesen habe, muss ich sagen, dass es sich wahrscheinlich zwar um keine Sekte handelt, aber wohl doch um eine christliche Gemeinschaft, die extrem fundamentalistische Tendenzen hat. Beispielsweise in der Art: Wenn die Wissenschaft der Bibel widerspreche, sei sie eben einfach eben noch nicht so weit – nein, nicht die Bibel, sondern die Wissenschaft.
Eine solche Sichtweise ist aber ziemlich problematisch.
Denn Gott ist so unvorstellbar groß und steht wohl auch derart über den Dingen, dass es für ihn überhaupt kein Problem ist, dass menschliche Naturwissenschaft ein bisschen was von Gottes Universum erkundet.
Die Bibel wurde nicht von Gott geschrieben, sondern von Menschen, die ihre Erlebnisse und Gedanken über Gott aufschrieben. Gotteserkenntnis, aber in menschlichen Worten. Und wo Menschen Dinge in Worte fassen, noch dazu Dinge, die sie mit ihren Sinnen und ihren Verstand gar nicht erfassen können, und noch dazu in einer Zeit, in welcher es überhaupt keine Naturwissenschaften gab, muss man doch wohl zugestehen, dass es wenig Sinn macht, die Naturwissenschaften gegen die Bibel auszuspielen. Die Naturwissenschaften fragen danach, wie alles entstanden ist und wie es funktioniert. Der Glaube und die Bibel Fragen nach dem Warum.
Das sind völlig unterschiedliche Fragestellungen.
Also nein, auch, wenn ich gewöhnlich ohnehin an solchen Veranstaltungen vorbei gehe, werde ich hier ganz bestimmt keinen Kontakt aufnehmen.
Gut gemeint, aber schlecht gemacht. Ich bin mir nicht sicher, ob Paulus heute in dieser Art missionieren würde. Oder zumindest mit diesem Weltbild. Denn man muss doch das aktuelle Weltbild irgendwie akzeptieren und integrieren können.
Insofern dürfte diese Missionierung doch an ihrem Ansinnen vorbeigehen. Schade um die Mühe.



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