Wie die Ukraine den russischen Angriffskrieg gewinnen kann

Inmitten der schwerwiegenden und unerbittlichen Angriffe, mit denen die Ukraine konfrontiert ist, zeichnet sich eine strategische Notwendigkeit ab: Der Westen muss seine Unterstützung für die Ukraine entscheidend verstärken, um eine Wende im russischen Angriffskrieg zu erzielen. Angesichts der jüngsten Welle schwerer Luftangriffe auf Kiew und andere ukrainische Städte, die eine neue Dimension der Eskalation markieren, stehen zwei strategische Maßnahmen im Vordergrund: die Integration der Ukraine unter den westlichen Atomschirm und die Ausstattung des Landes mit Langstreckenwaffen.

Die jüngsten Angriffe auf Kiew, Odessa und Saporischschja, bei denen Dutzende Zivilisten getötet und verletzt wurden, zeigen die brutale Realität des Krieges, den Russland gegen die Ukraine führt. Dies ist kein Konflikt, sondern ein gezielter Versuch, den Willen eines freien Volkes zu brechen, seine Infrastruktur zu zerstören und seine Zukunftsfähigkeit zu untergraben. Der Westen steht daher in der moralischen Verpflichtung, seine Unterstützung für die Ukraine nicht nur fortzusetzen, sondern signifikant zu intensivieren. Allerdings noch nicht einmal alleine aus moralischen Gründen, sondern auch aus ureigensten Interessen, nämlich um sich selbst vor einem imperial aggressiv expandierenden Russland zu schützen.

Was müsste also getan werden?

Erstens könnte die Erweiterung des westlichen Atomschirms über die Ukraine eine abschreckende Wirkung haben und deutlich machen, dass weitere Aggressionen unannehmbare Konsequenzen nach sich ziehen würden. Diese Maßnahme würde eine deutliche Botschaft an Russland senden, dass die internationale Gemeinschaft nicht tatenlos zusehen wird, während die Grundlagen der internationalen Ordnung und die Prinzipien der Souveränität und territorialen Integrität mit Füßen getreten werden.

Zweitens ist die Bereitstellung von Langstreckenwaffen an die Ukraine von entscheidender Bedeutung, um das militärische Gleichgewicht zu verändern. Es ist inakzeptabel, dass russische Kräfte ukrainische Städte angreifen können, ohne angemessene Gegenmaßnahmen befürchten zu müssen. Langstreckenwaffen würden der Ukraine die Mittel an die Hand geben, um ihre Verteidigung zu stärken und gleichzeitig als Abschreckung gegen weitere russische Angriffe zu dienen.

Diese strategischen Schritte sind nicht ohne Risiko, doch die Alternative – ein fortgesetzter, unausgeglichener Konflikt, in dem die Ukraine systematisch zerstört wird – ist untragbar und mittelfristig auch für ganz Europa äusserst gefährlich. Der Westen muss bereit sein, mutige Entscheidungen zu treffen, die der Ukraine nicht nur die Mittel zum Überleben, sondern auch zum Sieg geben. Nur so kann die Vision eines freien, souveränen und demokratischen Europas, in dem Länder nicht der Willkür ihrer Nachbarn ausgesetzt sind, bewahrt werden.

Die Unterstützung für die Ukraine ist eine Investition in die Grundwerte der Freiheit, Demokratie und des internationalen Rechts. Sie signalisiert, dass Aggression nicht belohnt wird und dass die internationale Gemeinschaft entschlossen ist, die Errungenschaften der Nachkriegsordnung zu verteidigen. Es ist Zeit, diese Unterstützung auf ein neues Level zu heben und sicherzustellen, dass die Ukraine die Mittel erhält, um diesen ungerechtfertigten und brutalen Krieg zu gewinnen.

Gewinnt die Ukraine diesen Krieg, wird sich weltweit kein Land mehr trauen, ein anderes Land zu überfallen, weil die Konsequenzen zu hart für den Aggressor sind.

Verliert sie jedoch den Krieg, dann ist damit deutlich gemacht worden, dass Angriffskriege sich lohnen. In diesem Fall beginnt ein Zeitalter der Kriege und der Rechtlosigkeit und der Macht des Stärkeren, weltweit.


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Kommentare

2 Kommentare zu „Wie die Ukraine den russischen Angriffskrieg gewinnen kann“

  1. Dieser Beitrag hatte eine Reihe von Antworten auf meine Fragezeichen im Kopf. Der schon, vielleicht schon viel zu lange. dauernd Streit ob Langstreckenraketen ja oder nein, ist damit beantwortet. Das Zauberwort „Abschreckung“ Wäre nicht schlecht, wenn Putin befürchten muss, dass sein vergoldeter Kremel auch von eine Langstreckenrakete getroffen werden kann. Vielleicht sollte er und seine Anhänger um das historische Gebäude bangen.

    Gestern wurde durch den Kremel ja erstmalig der Krieg gegen die Ukraine auch als solches bezeichnet. Allerdings, wie es sich für einen anständigen Psychopathen gehört, ist der demokratische Westen Schuld, denn der hätte aus der ihrer militärischen Operation nun einen Krieg gemacht. Weil diese Aussage zeitnah an das kürzlich verunglückte Statement von Frau Bearbock liegt, kann ich mir gut vorstellen, dass man den Patzer gleich für sich ausnutzet haben kann. Das ist allerdings eine Mutmaßung, ein gedankliches Konstrukt meinerseits.

    Seit gestern hat der Kremel den Kopf erst mal mit den schrecklichen Ereignissen im eigenen Land zu tun. Ob damit die Achillesferse getroffen wurde? Wohl eher nicht.

    Wirklich schrecklich fand ich die Handyaufnahmen, die gestern veröffentlicht wurden. Erstmalig war man als Zuschauer auf der Wohnzimmerchouch mit Zeuge, wie brutal – einer Hasenjagd gleichend – Menschenleben ausgelöscht wurden.

    Auch in diesem Fall kann man sagen, das der schlimmste Feind des Menschen der Mensch selbst und die Barberei noch lange nicht überwunden ist.

  2. Ja, das waren schreckliche Bilder aus Moskau. Man soll ja Menschenleben nicht gegen Menschenleben aufrechnen. Aber solche schrecklichen Bilder gibt es zu Tausenden schon aus der Ukraine. Verursacht von Russland.

    Die Diplomatie gebietet es scheinbar, dass deutsche Politiker, auch Olaf Scholz, in Richtung Moskau kondolieren. Doch vorgestern hatte in der Ukraine einer der heftigsten russischen Angriffe seit vielen Wochen stattgefunden, eine unglaubliche Zerstörung und auch wieder viele Menschenleben, die ausgelöscht wurden. Da hätte man sich auch einmal die Kondolationen aus Deutschland gewünscht. Die sind meiner Wahrnehmung nach aber ausgeblieben, weil man ja scheinbar nicht jeden Tag seit über zwei Jahren kondolieren kann. Doch ehrlich gesagt, das sollte man. Man kann doch nicht an dem einen Tag zwar mahnend den Zeigefinger erheben in Richtung Moskau, aber am nächsten Tag dann in Moskau kondolieren. Das ist wirklich inkonsequent. Wenn, dann muss man gleichermassen kondolieren. Das heisst im Falle der Ukraine: jeden einzelnen Tag, wo durch russische Gewalt Menschen zu Schaden kommen in der Ukraine.

    Und ja, vermutlich würde Putin diese Sprache verstehen, die in dem Artikel beschrieben ist. Man könnte es ja auch so formulieren in Richtung Kreml: Falls wieder ein Marschflugkörper in zivilen ukrainischen Einrichtungen einschlägt oder auf diese abgeschossen wird, liefert der Westen einen Marschflugkörper mit grosser Reichweite an die Ukraine. Das Ziel kann die Ukraine im Rahmen des Völkerrechts selbst bestimmen. Das bedeutet: russische militärische Einrichtungen. Und zwar in dem russisch besetzten Gebiet oder dort, von wo aus der Angriff herkommt, in Russland.

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