
Inmitten des hektischen Treibens der Frankfurter Börse, wo Broker und Banker in ihren feinen Anzügen umherhuschen und lautstark Kauf- und Verkaufsaufträge rufen, erscheint eine ungewöhnliche Gestalt. Jesus, in einfachen Gewändern, betritt den Handelsraum und fängt an, den umstehenden Finanzjongleuren eine moderne Parabel zu erzählen:
„Es war einmal ein reicher Kornbauer, der in unserer Zeit lebte und als geschickter Investor an der Börse bekannt war. Er handelte nicht mit Weizen oder Gerste, sondern mit Aktien und Anleihen. Jahr für Jahr wuchs sein Vermögen, und mit jedem erfolgreichen Deal erweiterte er sein digitales Kornspeicher-Portfolio.
Eines Tages, nach einem besonders lukrativen Geschäftsabschluss, blickte der Kornbauer auf seine Bilanz und dachte bei sich: ‚Was soll ich tun? Ich habe so viel verdient, dass ich nicht weiß, wohin mit all dem Geld!‘ Er grübelte und entschied schließlich: ‚Ich weiß, was ich tun werde! Ich werde meine alten Konten auflösen und größere eröffnen, um all meine Gewinne und mein Vermögen zu speichern. Dann kann ich zu mir selbst sagen: Lieber Selfmade-Millionär, nun hast du genug gespart für viele Jahre. Ruhe dich aus, iss, trink und genieße dein Leben!‘
Aber in jener Nacht, als die Börsenkurse fielen und die Märkte in Aufruhr gerieten, hörte der Kornbauer eine Stimme, die zu ihm sprach: ‚Du Narr! Diese Nacht wird man dein Vermögen von dir fordern. Und wem wird all das gehören, was du dir angehäuft hast?‘
So geht es dem, der für sich selbst Schätze sammelt und nicht reich ist in dem, was Gott und Menschlichkeit betrifft.“
Als Jesus seine Geschichte beendete, herrschte für einen kurzen Moment Stille im Börsensaal. Broker und Banker, sonst so versunken in ihre Geschäfte, hielten inne und reflektierten über die Worte, die in ihre Welt des rastlosen Reichtumsstrebens gesprochen wurden. Manche schüttelten ungläubig den Kopf und wandten sich wieder ihren Bildschirmen zu, während andere nachdenklich verharrten, berührt von der tiefen Wahrheit, die in der alten Geschichte neu belebt wurde.



Kommentar verfassen