Bauern, Bürger und die magische Geldvermehrung

In einem Land, nicht weit von hier, erwachte der deutsche Bauer eines Morgens mit einer revolutionären Idee: „Wenn die Subventionen fallen, lassen wir einfach die Rüben liegen!“ So begann der größte Bauernstreik aller Zeiten, denn nichts schmeckt dem Bauer bitterer als teurer Diesel. Und als dem Bauern seine Subventionen fehlten und er die Kosten auf die Nahrung, die er produzierte, umlegte, entdeckten die Bürger, dass ihr Schnitzel nun mehr kostet als ein kleines Vermögen. „Das ist ja unerhört!“, riefen sie, während sie ihre Geldbeutel umarmten.

Doch die Bauern waren nicht allein in ihrem Leid. Die Lokführer der GDL schlossen sich gleich an, denn wenn schon alle streiken, warum dann nicht auch wir mal wieder für höhere Löhne? Das Resultat: ein Land, in dem nichts sich bewegt, außer vielleicht die Schlagzeilen.

Inmitten des Chaos kam der Vorschlag: „Verdoppeln wir einfach alles! Löhne hoch, Arbeitszeit runter!“ Ein genialer Plan, wenn man die lästige Mathematik außer Acht lässt. Denn, oh Wunder, die Preise stiegen in der Folge wie von Zauberhand auf das Dreifache. Jetzt, da jeder reich und gleichzeitig arm war, fragten sich alle, wo das ganze Geld eigentlich geblieben ist.

So lehrte uns der große Streik: Ob Bauer, Bürger oder Lokführer, am Ende des Tages ist das Einzige, was wirklich wächst, die Fantasie der Menschen, wenn es darum geht, Probleme zu ‚lösen‘. Prost Mahlzeit!


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Kommentare

2 Kommentare zu „Bauern, Bürger und die magische Geldvermehrung“

  1. Wenn 100 Ärzte auf einen Marktplatz gegen schlechte Bezahlung auf der Krankenkassen protestieren und mit ihren Trillerpfeifen Lärm machen, dann fällt das kaum auf und die Medien erwähnen das mit einer Schlagzeile.
    Fahren aber 100 Traktoren auf den Marktplatz, dann ist das ein ordentlicher Wums und die Medien berichten rauf und runter. 😀
    Dieselbe Wirkmacht haben natürlich die Lokführer. Die bewegen ihre schweren Loks nicht und Wums, große Aufmerksamkeit.

    Die mit Trillerpfeifen ausgestatteten Mediziner haben keinen Wums, irgendwie ungerecht. 😀

    1. Also die Ärzte hatten ja zwischen Weihnachten und Neujahr teilweise ihre Praxen geschlossen. In München ist das nicht aufgefallen, hier gibt es genug, aber es gibt sicher Regionen, wo man das schon gemerkt hat.

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