
In den russisch besetzten Gebieten der Ukraine kündigt sich ein politisches Spektakel an, das in seiner Absurdität kaum zu übertreffen ist. In Russland , dem Land der ewigen Sonnenaufgänge, wo Demokratie so selten ist wie ein Einhorn im Supermarkt, hat der russische Diktator Wladimir Putin beschlossen, den Bewohnern der Ukraine eine außergewöhnliche Ehre zuteilwerden zu lassen: Sie dürfen an der „Präsidentschaftswahl“ teilnehmen.
Es ist eine Wahl, die in ihrer Einzigartigkeit und Vorhersehbarkeit an die jährliche Oscar-Verleihung erinnert: Jeder kennt den Gewinner schon vorher. Putin, der unermüdliche Staatsmann, bietet sich, in einer großzügigen Geste der Selbstlosigkeit, für eine fünfte Amtszeit an. Eine Entscheidung, die in den Sternen geschrieben stand, seitdem der letzte echte Wettbewerber im Kreml durch eine unglückliche Serie von Zufällen aus dem Weg geräumt wurde.
Die Wahlkommission, ein Ensemble aus treuen Gefolgsleuten, hat sich in ihrer unendlichen Weisheit dafür entschieden, die Wahl inmitten von Kriegsgebieten abzuhalten. Ein Schachzug, der in seiner strategischen Brillanz nur von Putins früherer Entscheidung übertroffen wird, Wasser als nass zu bezeichnen.
Die Einwohner der annektierten Gebiete, die bis vor kurzem noch nicht einmal wussten, dass sie Russen sind, werden nun die Freude haben, an dieser historischen Abstimmung teilzunehmen. Es ist eine Wahl, die so transparent ist wie ein Betonblock, und so frei wie ein Vogel in einem Käfig.
Viele fragen sich, warum überhaupt gewählt wird, wenn das Ergebnis schon feststeht. Aber das ist eben die Schönheit der russischen Demokratie: Sie gibt den Menschen die Illusion der Wahl, ohne sie mit der Bürde der Entscheidung zu belasten.
So bereitet sich Russland auf eine Wahl vor, die in die Geschichtsbücher eingehen wird – nicht als Beispiel für demokratische Grundsätze, sondern als Lehrstück dafür, wie man eine Wahl abhält, ohne wirklich etwas zu wählen. Putin, der ewige Kandidat, scheint bereit zu sein, seine Krone zu erneuern, in einem Königreich, wo die Sonne nie untergeht, weil sie nie wirklich aufgegangen ist.



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