
In einem kleinen Vorort namens Rosenfels gab es zwei benachbarte Gärten, getrennt durch einen dünnen Holzzaun. Auf der einen Seite wohnte Herr Schmidt, ein eher mürrischer Rentner, auf der anderen Seite die Familie Müller, bestehend aus Frau Müller und ihren beiden Kindern.
Seit längerer Zeit plagte Herr Schmidt die Familie mit schweren Bällen, die er scheinbar ziellos, aber stets treffsicher in den Garten der Müllers schoss. Dabei wurden Blumenbeete zerstört, Fenster eingeschlagen und sogar der kleine Hund der Familie schwer verletzt.
Die Familie Müller war verzweifelt und bat die anderen Nachbarn um Hilfe. Sie erhielten schließlich ein Abwehrnetz von den Nachbarn, mit der klaren Anweisung, es nur zum Schutz des eigenen Gartens zu nutzen. Ein Angriff auf Herrn Schmidt’s Garten mit diesem Netz war absolut untersagt.
So begann die seltsame Situation, in der die Familie Müller ihren Garten mit dem Netz schützte, während Herr Schmidt weiterhin Bälle hinüberschoss. Wenn sie versuchten, den jeweiligen Ball zurückzuwerfen, um Herr Schmidt’s eigene Blumenbeete zu zerstören oder seine Fenster einzuschlagen, wurden sie von den Nachbarn ermahnt, das Netz nicht offensiv zu nutzen.
Die anderen Nachbarn schüttelten zwar den Kopf über Herrn Schmidts Verhalten, mahnten aber gleichzeitig die Familie Müller zur Zurückhaltung. Sie sollten das Netz nur zur Verteidigung nutzen, obwohl Herr Schmidt’s Angriffe von seinem eigenen Grundstück ausgingen und nicht abzusehen war, wann sie enden würden.
So lebte die Familie Müller in einem ständigen Zustand der Unsicherheit und Frustration. Sie verstanden nicht, warum sie sich nicht wehren durften, während Herr Schmidt ungehindert seine Bälle in ihren Garten schoss. In der absurden Logik ihrer Nachbarn schien es jedoch keinen Platz für solche Gedanken zu geben.



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