
NATO-Gipfel, die globale Gala der zögerlichen Zusagen und scheuen Schulterklopfer. Am Ende ist der Hauptgewinn, wie könnte es anders sein, ein Glas mit leeren Versprechen und ein Sack voll mit Loyalitätsabzeichen. Jedes Land hat ein paar davon im Keller liegen, für genau solche Anlässe.
Die Ukraine hatte gehofft, das goldene Ticket zur Mitgliedschaft in Aussicht gestellt zu bekommen, aber das hat sich als reine Fantasie herausgestellt. Offensichtlich bedarf es mehr als nur ein „Bitteschön, rette unsere Grenzen“ und ein „Danke, dass du uns vor deinem großen, grimmigen Nachbarn schützt“, um den Club der coolen Kinder zu betreten. Man muss nicht nur die Schläge einstecken, man muss auch bereit sein, für das Privileg dankbar zu sein.
Ein jeder weiß, dass der Tanz um die Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO ein endloses Lied von „Vielleicht, irgendwann, mal sehen“ ist. Man kann den Chor der diplomatischen Zweideutigkeit schon hören, bevor die Melodie beginnt. Die Ukraine hat gehofft, dieses Mal würde das Lied anders enden. Doch, leider, es bleibt das gleiche traurige Lied von Hoffnung und Enttäuschung.
Und wie schmeckt die bittere Pille der Enttäuschung? Waffenlieferungen aus Deutschland. 700 Millionen Euro, ein stattlicher Betrag, wenn es darum geht, die Ukraine aufzurüsten, aber verglichen mit der erhofften Einladung zu einer künftigen NATO-Mitgliedschaft wirkt es eher wie ein Trostpreis, eine kleine Geste, um die Ukraine nicht ganz mit leeren Händen dastehen zu lassen.
Emmanuel Macron hat Langstreckenwaffen versprochen. Eine große Geste, ohne Zweifel, aber was ist ein Versprechen am Morgen wert, wenn es bis zum Abend vergessen ist? Die Ukraine braucht keine kurzlebigen Versprechen, sondern langfristige Bindungen.
NATO-Ukraine-Rat – klingt beeindruckend, nicht wahr? Aber was kann dieser Rat wirklich tun, außer bei einer Tasse Kaffee zu sitzen und sorgfältig formulierte Sätze zu murmeln, die nichts sagen? Vielleicht werden sie eines Tages über die Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO sprechen. Vielleicht, wenn der russische Bär müde vom Kämpfen ist und die Wolken wieder lila sind.
Die NATO, der starke Verteidigungspakt, erscheint erstaunlich zögerlich, wenn es darum geht, die Ukraine in ihre Reihen aufzunehmen. Es ist fast so, als würde sie die ganze Situation als ein „Nicht mein Problem“ abschreiben und den russischen Angriff auf die Ukraine als ein entferntes Donnergrollen betrachten, welches sie ja nicht treffen könne.
Also, liebe NATO, hier ist ein Rat: Vielleicht, anstatt zu zögern, ist es an der Zeit, zu handeln. Vielleicht, anstatt sorgfältig ausgewählte Worte zu murmeln, ist es an der Zeit, klar und deutlich zu sprechen. Vielleicht ist es an der Zeit, die Ukraine künftig in die NATO aufzunehmen – und zumindest einen Fahrplan für ihre Aufnahme vorzulegen? Oder will man sich weiterhin blauäugig und zynisch darauf beschränken, dass die Ukraine der NATO die Russen hoffentlich auch weiterhin vom Leib halten werde, mit ukrainischen Menschenleben, mit ukrainischem Blut ?



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