
In einem fernen Land, weit entfernt von den weichen Betten und schallisolierten Fenstern der politischen Führer des Westens, sitzen Menschen in Kellern und hoffen, dass sie nicht das nächste Ziel eines russischen Marschflugkörpers vom Typ „Kinschal“ sind.
Nun ja, die Menschen in der Ukraine können sich zumindest eines gewissen Trostes sicher sein: Die Besorgnis des Westens ist echt. Ja, die Führer des Westens sind sehr besorgt. Sie äußern diese Besorgnis in Pressekonferenzen, auf Twitter und vielleicht sogar in ihren Abendgebeten. „Putin, bitte hör auf!“ könnte das Mantra sein, das diese Gebete durchzieht. Aber was nützen Gebete, wenn sie auf die brutale Realität von Stahl und Feuer treffen?
In einem beeindruckenden Akt der Großzügigkeit hat der Westen begonnen, Waffen an die Ukraine zu liefern. Hurra! Nur, es sind nicht die richtigen Waffen. Nicht die, die das Land braucht, um russische Militärstellungen auf seinem eigenen Territorium effektiv zu bekämpfen. Ach, und übrigens, die Krim, das ist immer noch Teil der Ukraine. Aber wer spricht schon von der Befreiung der Krim, wenn man doch so herrlich über die Problematik des „Eskalierens“ debattieren kann?
Eskalation. Dieses Wort scheint eine magische Kraft in den Ohren der westlichen Politiker zu haben. Es ist, als ob man einen Werwolf mit Silber berührt. Sie zittern, sie wenden sich ab, sie suchen nach Ausflüchten. „Wir wollen die Situation nicht eskalieren lassen“, sagen sie. Und Putin, tief in seinem Kreml sitzend, muss über diese Worte lachen.
Er, der Meister der Eskalation, weiß, dass jedes Zögern des Westens ihm einen weiteren Tag, eine weitere Woche, ein weiteres Jahr gibt, um seinen Plan zu verfolgen. Jede hinausgezögerte Entscheidung, jede halbherzige Maßnahme spielt ihm in die Hände.
Doch das sollte uns nicht beunruhigen. Nein, wirklich nicht. Schließlich sind wir im Westen sicher, richtig? Schließlich hat Putin heute Nacht seine Raketen nur 40 Kilometer entfernt von NATO-Gebiet detonieren lassen. Das ist doch noch eine komfortable Distanz, oder?
Es ist Zeit, dass der Westen aufwacht und erkennt, dass sein zögerliches Handeln nicht nur die Ukraine, sondern auch ihn selbst gefährdet. Denn wenn Putin lernt, dass der Westen nur leere Worte spricht und nicht bereit ist, entschlossen zu handeln, dann könnten diese Marschflugkörper eines Tages näher kommen, als uns lieb ist.
Ich stelle mir vor, wie der morgendliche Kaffee der westlichen Politiker durch den Donner einer russischen Rakete unterbrochen wird, die nur wenige Kilometer entfernt einschlägt. Vielleicht werden sie dann verstehen, was Eskalation wirklich bedeutet. Aber bis dahin werden sie weiterhin ihre „Besorgnis“ äußern, während die Menschen in der Ukraine um ihr Leben fürchten. So ist das eben, wenn die Herren und Damen der Diplomatie sich von der „Angst vor der Eskalation“ leiten lassen.
Der Tanz um das Wort Eskalation ist wirklich ein faszinierendes Ballett. Die Schritte sind komplex, die Drehungen raffiniert, und die Musik spielt unerbittlich weiter. Jede Biegung, jeder Sprung ist sorgfältig choreographiert, um bloß nicht den nächsten Schritt zu tun. Aber was die Zuschauer vielleicht nicht erkennen, ist, dass dieser Tanz auf einem Vulkan stattfindet.
Eine Eskalation vermeiden? Wie süß. Wie naiv. Hat jemand den westlichen Staats- und Regierungschefs schon gesagt, dass die Eskalation bereits stattgefunden hat? Dass die Ukraine bereits seit eineinhalb Jahren von russischen Truppen bombardiert wird? Dass es zu spät ist, um zu verhindern, dass der Vulkan ausbricht, denn er ist bereits ausgebrochen?
Während sie in ihren gepolsterten Stühlen sitzen und fein säuberlich ihre Reden über „Stabilität“ und „Frieden“ ausarbeiten, könnte es sehr gut sein, dass die Schatten der russischen Marschflugkörper sich bereits über ihre Hauptstädte legen. Wird der Klang von Explosionen sie aus ihrem friedlichen Schlaf reißen? Werden sie endlich aufwachen und die Wirklichkeit sehen, dass ihre Zögerlichkeit nur dazu geführt hat, dass der Wolf näher an die Tür kommt?
Aber keine Sorge, liebe Bürger des Westens. Eure Politiker sind „besorgt“. Sie werden weiterhin ihre leeren Phrasen und nutzlosen Reden halten, während die Flammen sich ausbreiten und die Asche vom Himmel fällt. Sie werden weiterhin darauf bestehen, dass sie „die Eskalation vermeiden“ wollen, während sie in den Ruinen dessen stehen, was einmal Sicherheit und Frieden war.
Ich hoffe, sie genießen ihren Tanz auf dem Vulkan. Es wäre schade, wenn sie diese Show verpassen würden, während sie so beschäftigt sind, sich Gedanken über die Eskalation zu machen.



Kommentar verfassen