
Die Mittagssonne brannte auf München nieder und die Stadt ertrank in einer sengenden Hitze von 33° Celsius. Menschen huschten vorbei, sich beeilend, um von der unerbittlichen Hitze zu fliehen. Auf dem grünen Seitenstreifen zwischen der Straße und dem Fahrradweg, lag eine alte Frau, anscheinend zusammengebrochen in der unerbittlichen Sonne. Unzählige Menschen gingen vorbei, befangen in ihren eigenen Sorgen, und beachteten sie nicht.
In der Ferne zeichnete sich jedoch eine Gestalt ab, die sich langsam näherte. Mit bedächtigen Schritten kam er näher und trat schließlich aus dem Schatten einer nahegelegenen Eiche. Es war ein Mann mit warmen Augen, voller Freundlichkeit und Mitgefühl. Obwohl er für die meisten ein Fremder war, war seine Anwesenheit seltsam beruhigend.
Er kniete neben der alten Frau nieder, die blass und ziemlich erschöpft aussah. Zögernd streckte er seine Hand aus und legte sie sanft auf ihre Stirn. „Keine Sorge, Mutter,“ sagte er leise, „Du bist nicht allein.“
Er zog sein Hemd aus und formte es zu einem provisorischen Kissen, um ihren Kopf zu stützen. Dann öffnete er seine Wasserflasche und befeuchtete seine Hand, um ihre Lippen damit abzutupfen. Die alte Frau öffnete langsam die Augen und sah ihn verwirrt an.
„Wer sind Sie?“ fragte sie mit heiserer Stimme.
Er lächelte nur und antwortete: „Jemand, der sich um dich kümmert, genauso wie der barmherzige Samariter in der Geschichte.“
Mit diesen Worten stand er auf und winkte einem vorbeifahrenden Taxi zu. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Fahrer half er der alten Frau vorsichtig auf und stützte sie ins Taxi.
„Bitte bringen Sie sie ins nächste Krankenhaus. Hier ist genug für die Fahrt und ihre Behandlung,“ sagte er zum Taxifahrer und drückte ihm einige Scheine in die Hand.
Als das Taxi davonfuhr, stand der Fremde noch einen Moment da, beobachtete, wie es in der Ferne verschwand, und verschwand dann selbst in der Menschenmenge.
Und so, auf den Straßen von München, unter der glühenden Sonne und inmitten einer Welt, die allzu oft das Gebot der Nächstenliebe vergaß, lebte die Lehre Jesu weiter, in Taten und nicht nur in Worten. Denn wie er selbst einmal gesagt hat: „Was ihr einem dieser geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.“



Kommentar verfassen