Klebende Klimaaktivisten

Wenn man in diesen Zeiten morgens ins Auto steigt, muss man ja eigentlich erst mal drumherum gehen und sicherstellen, dass sich nicht irgendwo an der Karosserie oder Windschutzscheibe ein Klimaaktivist hingeklebt hat.

Sollte das der Fall sein, muss man seinen Zweiwagen oder Drittwagen verwenden oder den Chauffeur kommen lassen.

Aber mal im Ernst. Es ist wahrscheinlich nicht jedermann einsichtig, weshalb Klimaaktivisten für das Klima Kunstwerke mit Kartoffelsuppe bewerfen und sich auf Straßen oder an das Podium eines Konzerthauses kleben. Vielleicht in dem Sinne, dass sie denken, bad Publicity sei good Publicity. Das hatte zwar beispielsweise bei Donald Trump eine Zeit lang ganz gut geklappt, als er gefühlt fast jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf getrieben hat auf Twitter, also ein neues Thema lautstark bedient hat. Aber dennoch hat es natürlich auch starke Gegenreaktionen und Aversionen bewirkt.

Und diese Auswirkung wäre dann eine, welche Klimaaktivisten wahrscheinlich nicht unbedingt hervorrufen wollten, dass nämlich viele Menschen gar nicht mehr auf die Klimaerwärmung blicken, sondern sich konsterniert zeigen über zweifelhafte Aktionen von Klimaaktivisten, die sie möglicherweise problematisch finden.

Wenn man für das Klima eintritt, würden Aktionen, die direkt mit dem Klima in Verbindung gebracht werden, bei der breiten Bevölkerung wohl auf mehr Verständnis stoßen und hätten damit dann auch einen größeren gesamtgesellschaftlichen Erfolg.

Man demonstriert ja auch nicht gegen die Schädlichkeit von Zucker, indem man sich beispielsweise im Handstand auf einen Acker stellt. Zwar kann der künstlerische Aspekt einer solchen Aktion dann so interpretiert werden, dass man damit verdeutlichen möchte, dass Zucker die Gesundheit auf den Kopf stellt, zumal der Kopf ja in Richtung der Zuckerrübe zeigt, aber auch solche Aktionen sind natürlich nicht jedermann sofort zugänglich. Man müsste dafür mindestens Kunst studiert haben oder sich in Kunstgeschichte gut auskennen.

Besser sollte man wohl, um breite Bevölkerungsschichten für das dringende Thema der Klimaerwärmung zu erreichen, ganz konventionell legale Demonstrationen verwenden, die man in Deutschland ja durchführen kann, sofern sie angemeldet und genehmigt sind.

Fridays for future versteht jeder, egal, ob man das nun unterstützt oder nicht, hingegen klebende Klimaaktivisten dürften insgesamt eher auf Ablehnung stoßen aufgrund ihrer Subversität.

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