USA: die Frau als Brutkasten

In den USA wurde ja von Obersten Gerichtshof das gesetzlich gesicherte Recht von Frauen auf Abtreibung aufgehoben, so dass es in der Folge einige Staaten geben könnte, in denen man tatsächlich als Frau keine Abtreibung mehr vornehmen lassen kann.

Damit wird die Frau in gewisser Weise zu einer Art Brutkasten degradiert, die irgendjemand mit ihrem oder gegen ihren Willen geschwängert hat und die nun, ob sie will oder nicht, das Kind austragen muss.

Man stelle sich Ähnliches einmal bei Männern vor. Männer, die ein Magengeschwür hätten, dürften es nicht mehr beseitigen lassen. Ob sie wollten, oder nicht. Der Aufschrei wäre groß.

Nun ist ein Magengeschwür und ein Kind natürlich etwas Grundverschiedenes, ein Kind ist rein prinzipiell etwas Positives, das andere eine schlimme Krankheit. Insofern hinkt dieser Vergleich natürlich. Aber er hinkt nicht in Bezug darauf, dass er deutlich macht, was es heißt, über den eigenen Körper nicht entscheiden zu können und zu dürfen.

Seit Bekanntwerden des Urteils in den USA stieg übrigens gleich die Nachfrage nach Abtreibungspillen. Man braucht von daher auch nicht zu glauben, dass nun weniger abgetrieben würde, sondern dass nun weiterhin Abtreibungen vorgenommen werden, bei denen aber mehr Frauen zu Schaden oder zu Tode kommen.

Denn ehrlich gesagt, eine Abtreibung dürfte für keine Frau ein Spaß sein, das macht eigentlich niemand, weil er es lustig findet. Wenn sich eine Frau aber dazu entscheidet, dann wird sie dafür ihre Gründe haben. Und dann sollte sie eine entsprechende medizinische Unterstützung erhalten.

In Deutschland sind vor einer Abtreibung beispielsweise gewisse Beratungsgespräche verpflichtend und die Abtreibung ist auch nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt möglich, um auch das heranwachsende Leben zu schützen, was natürlich ebenso sinnvoll ist.

Aber wie gesagt, wohl keine Frau macht das, weil sie Lust darauf hat, sondern weil die Dinge eben so sind, wie sie sind, sodass die Frau sich dann zu diesem Schritt entscheidet.

Wenn Männer das Recht an ihrem Körper haben, sollten Frauen es auch haben.

Aber klar, die Rechte des heranwachsenden Lebens müssen natürlich auch respektiert werden. Vielleicht wäre die deutsche Lösung hier eine sinnvolle Möglichkeit.

Aber ja, last but not least, prinzipiell ist es natürlich ein Wunder, wenn ein junger Mensch geboren wird und das Licht der Welt erblickt. Es ist für viele Menschen eine Freude und etwas ganz besonderes. Es sollte natürlich alles daran gesetzt werden, dass ein werdendes Leben dann tatsächlich entstehen kann.

Aber nicht für jede Frau ist es eine Freude, weil die Umstände manchmal eben so sind, dass alles problematisch ist. Auch dieser Tatsache muss man Rechnung tragen.

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