Joe Biden: „Um Gottes willen, dieser Mann kann nicht an der Macht bleiben“

Am Samstag hielt US-Präsident Joe Biden in Warschau, Polen, eine Rede:

„Um Gottes willen, dieser Mann kann nicht an der Macht bleiben“, sagte Biden in Warschau. Dabei erwähnte er Russlands Präsidenten nicht explizit namentlich. Nach der Rede bemühte sich ein ranghoher Vertreter des Weißen Hauses um eine Richtigstellung: „Die Botschaft des Präsidenten war es, dass es Putin nicht erlaubt sein darf, Macht über seine Nachbarn oder die Region zu haben. Er sprach nicht über Putins Macht in Russland oder einen Sturz der Regierung“, sagte der Vertreter.

Biden stimmte den Westen darauf ein, im Kampf für Freiheit und Demokratie einen „langen Atem“ zu haben. „Das ist die Aufgabe unserer Zeit, die Aufgabe dieser Generation“, sagte er. Man müsse geeint bleiben: „heute, morgen, übermorgen und in den kommenden Jahren und Jahrzehnten“.

Quelle ZEIT ONLINE

Noch während Joe Bidens Rede in Warschau begann das russische Militär, letztlich insgesamt 50 Marschflugkörper auf das ukrainische Lviv, Lemberg, abzufeuern. Drei davon konnten von der ukrainischen Luftabwehr nicht abgefangen werden und richteten schwere Schäden in Lemberg an. Lemberg liegt 50 Km Luftlinie von der polnischen Grenze, also auch der NATO-Grenze, entfernt.

Erst nach seiner Rede sprach Joe Biden den Satz aus der Überschrift.

Manche Menschen meinen nun, es sei taktisch unklug, wenn Joe Biden so etwas sage. Vielen Menschen sprach Joe Biden aus der Seele.

Unklug sei es deshalb, weil Joe Biden dadurch die Diplomatie mit Russland erschweren könnte.

Russland jedoch verhält sich zutiefst undiplomatisch: Der massive Raketenbeschuss auf Lemberg während Joe Bidens Rede, überhaupt der Krieg gegen die Ukraine, die Absage Russlands an alle westliche Diplomaten, die im Vorfeld des Krieges diesen zu verhindern gesucht hatten und während des Krieges fortlaufend versuchen, ihn zu stoppen.

Man muss es mal aussprechen: Nicht Joe Biden läuft mit seiner Äußerung Gefahr, den diplomatischen Gesprächsfaden nach Moskau abreißen zu lassen, Moskau hatte den Gesprächsfaden vor dem Krieg längst durchgeschnitten.


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Kommentare

2 Kommentare zu „Joe Biden: „Um Gottes willen, dieser Mann kann nicht an der Macht bleiben““

  1. Man hat sich gestern in einer Gesprächsrunde „Presseclub“ auch darüber unterhalten und kam zu dem Schluss, dass diese Äußerung Absicht war und auch die spätere Zurücknahme der Regierung. Aber es bleibt nur Spekulation. Aber einen verbalen Ausrutscher eines Präsidenten kann ich mir auch nicht vorstellen.
    Putin hätte so oder so seine Raketen abgeschossen. Er wusste ja, das Biden in Polen sein würde.

    Putin spielt – neben den Krieg in der Ukraine – mit dem Westen. Und es scheint im Spaß zu machen. Wir können, so glaube ich, alle froh sein, dass Trump in den USA das Zepter nicht mehr in der Hand hat.

    Kaum zu glauben, dass man nun täglich Nachrichten über Kriegsgeschehen verfolgen kann, dass fast vor unserer Tür stattfindet. Und nicht nur das. Man spricht auch über Strategie und Taktik in der Kriegsführung auf beiden Seiten. Dabei habe ich das Gefühl, als hätte man mich in die Zeit des 2. Weltkrieges zurück gebeamt.

    Aber, so fasste man gestern in der Talkrunde zusammen, Putin muss Erfolge liefern und diese sollten am 10. Mai – ein historisches Datum nach dem 2. Weltkrieg – eingetreten sein. Deshalb hoffen einige, dass er sich nicht mehr auf die ganze Ukraine konzentrieren wird, sondern nur Donbas. Das waren jedoch nur wage Hoffnungen der Teilnehmer der Gesprächsrunde.

  2. Könnte mir auch gut vorstellen, dass ein solcher Satz von Joe Biden durchaus absichtlich gesetzt worden ist, inklusive der späteren Rücknahme. Dieser Satz macht deutlich, dass es auch nach einem möglichen Kriegsende mit diesem russischen Präsidenten und dem Westen sicher nicht weitergehen wird.

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