Der Weltklimagipfel im Vergleich mit einem Schnellzug

Einen Weltklimagipfel könnte man sich so vorstellen, als säße die gesamte Menschheit in einem Zug, der mit Tempo 250 kmh unterwegs ist.

Alle Experten in dem Zug sind sich mittlerweile einig geworden, dass der Zug um 12:30 Uhr gegen eine große Felswand knallen und dort zerschellen wird, weil er auf einem toten Gleis unterwegs ist, welches vor eben genau dieser Felswand aufhört. Es ist jetzt 11:55 Uhr.

Im ersten Wagen des Zuges ganz vorne treten deshalb die gewählten Staatenlenker und Politiker zu einem Krisengipfel zusammen und sind sich des Ernstes der Lage bewusst.

Allerdings gibt es realpolitische Probleme. Die einen Politiker weisen darauf hin, dass 12:30 Uhr eigentlich ja auch halb eins Uhr sei, woraus sie schließen, es sei vielleicht nicht so eilig. Andere Politiker glauben nicht an den Felsen, aber schließlich bildet sich fast ein Konsens, dass man ein Problem habe, bis ein oder zwei der Politiker ihr Veto gegen diesen Konsens einlegen.

Aller Voraussicht nach wird der Zug nun also um 12.30 mit Tempo 250 gegen die Felswand krachen. Die Politiker merken, dass dies natürlich auch vom Rest der Passagiere nicht allzu positiv aufgenommen werden dürfte. Einige Politiker stellen deshalb die Existenz der Felswand infrage, andere meinen, ein totes Gleis sei ja nun auch kein so großes Problem, es sei immerhin ein Gleis, wieder andere meinen, Tempo 250 kmh sei so schnell ja nun auch wieder nicht, da werde man bei einem möglichen Aufprall wahrscheinlich überhaupt nichts spüren und habe noch genug Zeit, sich nach danach inhaltlich neu aufzustellen.

Dennoch und entgegen aller Erwartung setzen sich schließlich diejenigen Politiker durch, die einen Kompromiss aushandeln, den sie als durchsetzungsstark und gewinnbringend anpreisen und den restlichen Passagieren im Zug mitteilen: Man sei sich des großen Ernstes der Lage bewusst und sei dahingehend übereingekommen, dass man den Zug ab 12:30 Uhr schrittweise auf das Tempo 200 drosseln werde. Desweiteren werde die Politik der besseren Koordination wegen fortan in den letzten Waggon umziehen.


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Kommentare

2 Kommentare zu „Der Weltklimagipfel im Vergleich mit einem Schnellzug“

  1. Ausgezeichnete Parabel! Leider ist es so. Und das ist himmeltraurig. Elisa

  2. Ja, schon trübe Aussichten…

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