Wo steckt denn Gott eigentlich? Ein Hinweis.

Manche Leute haben mal die ein oder andere Geschichte aus der Bibel aufgeschnappt und glauben, das könne man ja alles nicht glauben.

Doch es ist komplizierter.

Beispielsweise haben sie die Schöpfungsgeschichte ganz am Anfang der Bibel vielleicht sogar selbst einmal gelesen und sagen sich, nein, in 6 Tagen wird die Welt doch nicht geschaffen worden sein.

Und damit haben sie recht. Denn dieser Text war wohl noch nie als wissenschaftlicher Tatsachenbericht zu verstehen gewesen, auch von den Verfassern war er wohl nie so gemeint. Er ist ein Glaubensbekenntnis und weist auf etwas hinter unsere Existenz und hinter der Schöpfung hin.

Manche Menschen glauben, wenn es die Evolutionstheorie gibt, die bisher als wahrscheinlichste Hypothese für die Entstehung des Lebens herhält, dann brauche man doch keinen Gott.

Doch es ist komplizierter.

Das, was diese gewissen Leute mit einer unwissenden Leichtigkeit beiseite schieben, ist bei genauerem Hinsehen viel erstaunlicher.

Damit die Evolution überhaupt stattfinden konnte, musste zunächst ein Universum entstehen, in welchem die Naturgesetze gelten, in welchem gewisse Elemente entstanden sind, und welches sich nicht zu schnell ausdehnt, aber auch nicht so langsam, so dass es wieder in sich zusammenfällt. Professor Harald Lesch verglich diese Naturkonstanten, die erst einmal gegeben sein müssen, damit Leben überhaupt entstehen kann, damit, dass man, um diese Voraussetzungen von Leben herstellen zu können, ein Universum einrichten müsste, in dem alles so genau aufeinander abgestimmt sein müsste, als wenn man 10 hoch 63 Rasierklingen übereinander stapeln würde, auf der hauchdünnen Schneideseite stehend jeweils, ohne dass dieser gigantische Turm umfällt.

Und hier, wenn wir gedanklich in diese Hintergründe hinter unserem Universum, hinter unserer Welt, hinter der Evolution und hinter unserer Existenz einmal eingetaucht sind, begegnet uns ein Wunder, welches wir in seiner Größe nicht fassen und nicht erfassen können. Über dieses Wunder können wir dann nur noch staunen und sagen, was für ein unglaublicher Zufall das doch ist. Und wer hier mit dem Begriff Zufall nichts mehr anfangen kann, weil 10 hoch 63 Zufälle hintereinander ja schon nahezu unendlich unwahrscheinlich sind, landet schnell bei der Frage nach Gott.

Theologisch fasst die Bibel diesen Gedanken in Worte wie die folgende: in Gott leben, weben und sind wir.

Oder auch der evangelische Theologie Jürgen Moltmann greift diesen Gedanken auf, wenn er argumentiert, Gott habe in sich selbst Raum für das Leben, die Existenz und das Universum geschaffen.

Diesen theologischen Gedanken zufolge sind wir mitten in Gott und können aus ihm wahrscheinlich überhaupt nicht herausfallen. Ob wir nun leben oder tot sind. Wir sind in Gott. Und wenn dem so ist, sind übrigens auch Gebete nicht nutzlos, sondern erreichen Gott.

Das Reich Gottes ist in gewisser Weise schon mitten unter uns, wie auch Jesus es deutlich machte. Oder umgekehrt, wir sind mittendrin und Gott umgibt uns von allen Seiten und ist immer nur ein Gebet weit entfernt.


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