Gendergerechte Sprache macht Sinn, weil Wirklichkeit über die Sprache konstruiert wird. Wenn beispielsweise mit dem Gendersternchen sprachlich darauf hingewiesen wird, dass gewisse Berufsgruppen nicht nur von Männern, sondern auch von Frauen besetzt werden können, kann dies tatsächlich die gesellschaftliche Wirklichkeit verändern. Denn alle Veränderung beginnt zunächst in Gedanken.
Menschen, die zu Gruppen gehören, die bisher tendenziell benachteiligt waren, oft dürften das Frauen sein, sehen das Gendersternchen dementsprechend positiv, Kritik hört man hauptsächlich von älteren Männern, die an den patriarchalen Sprachstrukturen, die ihnen nützen, gerne festhalten würden, weil diese Strukturen natürlich auch gesellschaftliche Strukturen abbilden und verfestigen.
Gendergerechte Sprache macht also Sinn und dürfte tatsächlich zu mehr Gleichberechtigung der Geschlechter führen.
Allerdings wird bisher meistens nur positiv gegendert, was etwas einseitig ist:
Polizist*innen, Wissenschaftler*innen, Politiker*innen.
Wollte man irgendwann einmal bei einer tatsächlichen Gleichberechtigung der Geschlechter angelangt sein, müsste man korrekterweise auch negativ gendern, um deutlich zu machen, dass gewisse gesellschaftliche Rollen ebenso von beiden Geschlechtern eingenommen werden können:
Terrorist*innen, Verbrecher*innen, Steuerhinterzieher*innen.
Auch, wenn die aktuell hauptsächlich positive Ausrichtung gendergerechter Sprache verständlich und nachvollziehbar ist, müsste sie zumindest irgendwann in ferner Zukunft in beide Richtungen korrekt sein, positiv wie auch negativ.



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