Was bedeutet Christi Himmelfahrt? Eine theologische Einordnung.

Im Lukas-Evangelium und in der Apostelgeschichte wird von der Himmelfahrt Jesu berichtet.

In Lk 24,50ff wird Jesus in den Himmel emporgehoben, in Apg 1,9ff wird Jesus ebenfalls in den Himmel emporgehoben und dann von einer Wolke verborgen.

Diese Darstellungen sind natürlich sehr plastisch. Für Menschen, die mit einer solch bildlichen Darstellung ein Problem haben, bietet sich eine symbolische Deutung an.

In der alten Kirche wurde Jesus so beschrieben, dass er wahrer Mensch und wahrer Gott ist. Sein Leben kann nur so richtig gedeutet werden, wenn man in ihm das Göttliche wahrnimmt.

Dieses Göttliche zeigt sich in einem menschlichen Leben, in dem Leben von Jesus von Nazareth. Aber es ist eben nicht nur ein Mensch, von dem das neue Testament hier berichtet, sondern es ist das transzendente Göttliche, dessen Handeln sich in Jesu Handeln zeigt.

Dieses Göttliche kehrt an Christi Himmelfahrt zurück in die für uns Menschen schwer wahrnehmbare transzendente Wirklichkeit, die hinter unserer sichtbaren Wirklichkeit steht. Da dies nicht ganz einfach zu erklären und zu vermitteln ist, bietet sich, wie oben beschrieben, eine plastische Darstellung an, damit die Leser verstehen, was gemeint ist.

Das Göttliche hat sich in dem Leben Jesu den Menschen gezeigt, und Jesus hat in seinem Wirken, in den Wundern, die er tat, besonders in den Heilungen an Menschen, und in seinen Worten, in dem, was er von Gott berichtete, deutlich gemacht, dass das Reich Gottes nicht eine rein eschatologische Größe ist, die irgendwann einmal Realität wird, sondern dass das Reich Gottes bereits ins Hier und Jetzt reicht und bereits hier und jetzt anbricht. Diese präsentische Eschatologie gehört zum Kern der Botschaft Jesu, Gott ist ganz nahe, er ist sogar so nahe, dass er in Jesus wirkt. Wo zwei oder drei Menschen in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter euch, so bringt Jesus die göttliche Nähe zu den Menschen auf den Punkt.

Und das ist auch der Gedanke für die Zeit nach Jesus, also für die Zeit nach dem körperlich-menschlichen Jesus, dass Gott nach wie vor nah ist, die christliche Theologie spricht hier von dem Wirken Gottes und nennt dieses Wirken Gottes den Heiligen Geist.

Der Gott also, den man zu Zeiten Jesu in der Person Jesu gut und sehr eindrücklich wahrnehmen konnte, kehrt an Christi Himmelfahrt zurück in die Transzendenz, aber das, was Jesus ausmacht, die Gottesnähe für uns Menschen, bleibt nach wie vor vorhanden. Gott ist uns nach wie vor nah, auch, wenn die Inkarnation in Jesus nicht mehr körperlich, haptisch, auditiv und visuell greifbar ist.

Das ist mit Christi Himmelfahrt gemeint.

Weitere Gedanken dazu finden Sie auch hier.

Kommentar verfassen...(Kommentare, die Links enthalten, müssen auf Freischaltung warten)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.