Bundesfinanzminister Olaf Scholz von der SPD würde auch gerne Bundeskanzler werden, sofern die SPD auf wundersame Weise immens viel mehr Stimmen bei der Bundestagswahl bekommen sollte, als die Prognosen aktuell prognostizieren.
Er stehe „…auf der Seite der ganz normalen Leute…“, sagte er in seiner programmatischen Rede.
Das klingt natürlich zunächst einmal gut und griffig, gerade in Zeiten, die gar nicht mehr so normal sind – Sie wissen schon, Pandemie und so. Er ist also mit den ganz normalen Leuten.
Ein Aufschrei dürfte nun hier erstmal gedanklich kommen von allen Künstlern und Architekten und so weiter, die versuchen, eben gerade nicht zu den sogenannten ganz normalen Leuten zu gehören.
Und bei weiteren Nachdenken wird man feststellen müssen, dass es ganz normale Leute eigentlich gar nicht gibt, sondern dass jeder Mensch ein Original ist, einzigartig in seinen Ansichten, Anlagen und Fähigkeiten.
Vielleicht wäre der zwar etwas abgedroschene Ausdruck der sogenannten „kleinen Leute“ treffender gewesen.
Andererseits, was ist schon klein? Ist Olaf Scholz klein oder groß? Ist die SPD groß oder klein?
Und eine weitere Frage bleibt auch: Wenn Olaf Scholz sich also an die ganz normalen Leute wendet, können sich die anderen Kanzlerkandidat*innen dann auch noch an die ganz normalen Leute wenden, oder ist dieser Platz dann schon belegt und alle anderen müssen sich an die total unnormalen Leute wenden, an die Exzentriker, Neurotiker und Psychopathen ? Falls dem so ist, dann muss man Olaf Scholz zugestehen: Chapeau, cleverer Schachzug!



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