Oder: Herr Samsa und das Virus.

Als Herr Samsa vor etwa eineinhalb Jahren im Keller seines Einfamilienhauses in seinem kleinen, biochemischen Labor versehentlich und auch aus Langeweile heraus diese Substanz angerührt hatte, war er sich der Tragweite natürlich nicht ganz bewusst gewesen. Außerdem war er etwas in Eile und deswegen dachte er sich nichts dabei, dass das Reagenzglas heruntergefallen war. Er musste zum Flughafen und seine seit langem gebuchte Chinareise antreten.

Noch während des Fluges in diese chinesische Stadt mit dem schwer auszusprechenden Namen Wuhan spürte er dieses seltsame Halskratzen, das er auf seinen kleinen Unfall im Keller zurückführte, welches dann umschlug in Husten und Schnupfen und etwas Fieber, aber ansonsten war nichts besonderes. Rückblickend fiel ihm jedoch auf, dass viele der Menschen, die er in Wuhan getroffen hatte, dann ein wenig später ebenfalls dieses Halskratzen, den Husten und Schnupfen und das Fieber bekommen hatten.

Heute, eineinhalb Jahre später, blickt er fast etwas peinlich beschämt auf diesen Vorfall und seine Schludrigkeit zurück und überlegt sich, ob er der Weltöffentlichkeit nicht vielleicht doch gestehen sollte, was dort in seinem kleinen Kellerlabor passiert war. Andererseits fand er den Mut nicht, weil er dachte, dass auf diese Nachricht womöglich einige Leute weltweit etwas verschnupft reagieren könnten.

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