Gestern bei Maybrit Illner

Gestern im ZDF zur Diskussionssendung bei Maybrit Illner.

Es ging um die Lockerungen des aktuellen Shutdowns in Deutschland.

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck brachte es inhaltlich gut auf den Punkt. Er sagte sinngemäß, dass derzeit die Infektionszahlen steigen, es nicht genug Impfstoff gibt und offensichtlich auch nicht genug Testkapazitäten, beides Dinge, die extrem wichtig sind, um die Pandemie im Griff zu halten. In diese Situation hinein soll nun geöffnet werden. Das hält er für problematisch.

Das ist auch problematisch.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder sagte per Videoschalte, dass man in etwa vier Wochen voraussichtlich ziemlich viel Impfstoff habe in Deutschland.

Somit ergibt sich die Frage, warum dann jetzt die Lockerungen schon einsetzen sollen und nicht erst in vier Wochen.

Als Hintergrund vermutet man, dass die Landtagswahlen in den einigen Ländern anstehen und man den vermeintlich gefrusteten Wählern durch die Lockerungen entgegengenommen will, obwohl sie nicht sonderlich verantwortlich sind. Es könnte sogar sein, dass aufgrund der Mutationen, die ja wesentlich ansteckender sein sollen, als das ursprüngliche Virus, die ein oder andere Landtagswahl letztlich gar nicht stattfinden kann. Das wäre dann Realsatire.

Und es ist auch die große Frage, warum über eine Millionen Impfdosen von AstraZeneca auf Halde liegen, wo doch jeder Impfstoff, der nicht verimpft wird, potentiell ein Menschenleben bedeuten kann.

Alles in allem drängt sich einem in Deutschland, das normalerweise mit Bedacht und vielen Regelungen und Bürokratie an Dinge herangeht, der Verdacht auf, dass es diesmal mit zu viel Bedacht und zu vielen Regelungen und zu viel Bürokratie an die Pandemie herangegangen ist.

Das Virus ist einfach schneller als die Pandemie in Deutschland. Und im sogenannten Land der Dichter und Denker herrscht auch etwas Ratlosigkeit mittlerweile, weshalb man eine Millionen Euro teure Corona-Warn-App programmiert hat, die eigentlich fast nutzlos ist, weil sie so zahnlos ist. Digitalisierung geht vielleicht ein bisschen anders.

Für die nächste Pandemie könnte man da insgesamt vielleicht noch ein paar Stellschrauben ändern.

Ein Gedanke zu “Gestern bei Maybrit Illner

  1. Am abgründigsten finde ich den Gedanken, den man nicht los wird, dass nicht das Wohl der Bevölkerung, sondern das Wohl der Parteien bei den bevorstehenden Landtagswahlen im Vordergrund dieser Entscheidungen steht.

    Nicht ganz so abgründig, aber immer noch unangemessen, ist es, dass von manchen Politikern offensichtlich der wirtschaftliche Erfolg (man hört oft „wirtschaftliche Existenz“, obwohl es nur eine leiblich-seelische Existenz gibt) stärker gewichtet wird als das Leben von Menschen.

    Der dritte Punkt, der zu denken gibt, ist das ständige politische Hin und Her, das niemandem einleuchtet (zuerst ist die 35 die neue 50 und dann die 100 die neue 35).

    Da muss es niemanden wundern, dass ein Teil der Bevölkerung sich politikverdrossen von den etablierten Parteien ab- und sich anderen zuwendet, die zusammen mit der herkömmlichen Politik gleich die Demokratie mit abschaffen wollen.

    Gefällt 1 Person

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