Gendergerechte Zauberin

Während im Deutschen an viele Substantive einfach eine Endung angehängt wird, um aus der männlichen Bezeichnung eine weibliche zu machen, ist dies bei der Zauberin nicht der Fall. Sie ist völlig eigenständig.

Normalerweise geht es so: Polizist, Polizistin. Lehrer, Lehrerin. Politiker, Politikerin.

Die weibliche Form ist also die männliche Form plus eine Endung.

Hingegen ist die Zauberin völlig autark. Man könnte vermuten, dass in Analogie zu oben aus dem Zauberer eine Zauberer-in wird, aber nein.

Die Zauberin ist unabhängig vom Zauberer. Zumindest sprachlich.

Damit ist die Zauberin gewissermaßen eine Vorreiterin in der Genderdebatte um geschlechtsspezifische Schreibweise. Zauberhaft.


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Kommentare

6 Kommentare zu „Gendergerechte Zauberin“

  1. Ich finde diese Debatte um die Gerechtigkeit in der Sprache nicht zielführend. Wenn das so wäre, dann möchte ich bitte begründet erläutert wissen, inwiefern die tatsächliche und sichtbare Gerechtigkeit und die darauffussenden Handlungen im englischsprachigen Raum, wo es kein gramatikales Geschlecht gibt, fortgeschrittener ist.

    Für mich ist diese Debatte, um die Gerechtigkeit in der Sprache nur Aktionismus, der besonders eben eine einfache Sprache stört und damit klassistisch wirkt.

    https://uberlaufer.wordpress.com/2020/03/31/die-griffeln-aus-der-hosentasche/

  2. Andererseits muss man eingestehen, dass man im englischsprachigen Raum auch gar nicht die Möglichkeit hat, das eine oder andere Geschlecht durch die Artikel zu betonen. Insofern kann man den englischsprachigen Raum wahrscheinlich nur bedingt als Vergleich verwenden.

  3. Aber warum soll es wichtig sein das Geschlecht zu betonen? Es gibt noch so viele andere Merkmale wie die soziale Herkunft. Wieso muss nur das Geschlecht betont werden?

  4. Gute Frage. Einerseits könnte man sagen: Mensch.
    Andrerseits ist es aber scheinbar so, dass Menschen, wenn sie Frauen sind, oft diskriminiert wurden und werden. Drum will man mit der Sprache dem entgegenwirken und einen nachdenken lassen über Rollenbilder:
    Baggerfahrer*innen. Hoppla, theoretisch könnte das auch eine Frau machen.
    Bundeskanzler*innen. Hoppla, hier macht es ja schon eine Frau, was früher nie der Fall und fast undenkbar war.

  5. Es werden auch Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert. Und noch immer entscheidet die soziale Herkunft über den Bildungserfolg. Warum also nur das Geschlecht hervorheben?

    https://uberlaufer.wordpress.com/2020/11/09/barrieren-der-bildung/

  6. Es ist eben einer von vielen Ansatzpunkten.

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