#Wien

Man hält vor Schreck die Luft an.

Gestern Abend gab es Schüsse in der wiener Innenstadt, offensichtlich abgegeben von zwei Attentätern, von denen der eine mittlerweile erschossen wurde von der Polizei, der andere noch flüchtig ist. Vier Tote gab es, viele Verletzte. Die Attentäter sind scheinbar Anhänger der islamistischen Miliz „Islamischer Staat“.

Durch solche radikalen Aktionen geraten nun sicherlich wieder all die friedlichen und friedliebenden und an hohen ethischen Idealen ausgerichteten Moslems in der EU unter Druck, weil sie schnell mit dieser radikalen Gruppierung in einen Topf geworfen werden, obwohl sie dort überhaupt nicht hinein gehören.

Die allermeisten Moslems in der EU sind friedlich und vertreten auch hohe ethische Werte.

Die Attentäter von gestern hingen offensichtlich einer radikalen Ideologie an.

Eine Ideologie ist immer dann problematisch, wenn sie das Individuum als Verhandlungsmasse sieht und nicht mehr als einzelnes Wesen wahrnimmt.

Ähnliche Ideologien kennt man aus dem Nationalsozialismus und auch dem Stalinismus und Kommunismus. Immer dann, wenn der Einzelne nichts mehr zu melden hat und scheinbar legitim für ein angeblich höheres Ziel geopfert werden darf, stimmt etwas nicht mehr.

Auch das Christentum ist letztlich eine Ideologie, aber eine ethisch Gute. Denn hier sind die weltlichen Denkschemata umgedreht: Die Letzten sollen die Ersten sein. Diejenigen, die wenig haben, sollen vor Gott ganz groß rauskommen. Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan, so wird Jesus wiedergegeben.

Die christliche Ideologie legt Wert auf den einzelnen Menschen. Dies kommt auch im Gleichnis vom verlorenen Schaf zum Ausdruck. Gott, der Schäfer, dem ein einziges seiner 100 Schafe abhanden gekommen ist, macht sich auf den Weg, um dieses einzelne Schaf zu finden, diesen einzelnen Menschen, denn jeder einzelne Mensch ist unglaublich wichtig für Gott. Der Mensch ist keine Verhandlungsmasse, jeder einzelne Mensch zählt. Jeder einzelne Mensch ist einzigartig. In der christlichen Ideologie ist also – theoretisch zumindest – kein Platz für Hass und Ausgrenzung und schon gar kein Platz für Terrorismus, wenngleich auch im christlichen Bereich die christliche Ideologie immer wieder für politische Zwecke missbraucht worden war, man denke nur einmal an die Kreuzzüge vor etwa tausend Jahren. Dennoch gibt die christliche Ideologie dies vom Kern her überhaupt nicht her.

Aber auch viele Moslems würden sicherlich zurecht sagen, dass Menschenleben unbedingt geschützt werden müssen und dass man den Begriff „Dschihad“ nicht militärisch verstehen sollte, sondern als innere Anstrengung, um vor Gott besser zu werden und in den Augen Gottes gut dazustehen.

Christlich gesehen ist auch der folgende Gedanke zentral: Zum Ebenbild Gottes hat Gott die Menschen geschaffen, so steht es gleich in der jüdischen Thora und im ersten Buch der christlichen Bibel, in der Genesis. In jedem Mitmenschen begegnet einem gewissermaßen ein Gedanke Gottes. Jeder Mensch ist unendlich wichtig. Jeder Einzelne.

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