Lockdown light?

Die deutsche Bundesregierung plant offenbar einen relativ leichten Lockdown, sofern die Bundesländer ihn mittragen.

Inkrafttreten könnte er ab dem 2. November und für drei Wochen gelten.

Schulen und Kitas würden geöffnet bleiben, um die Schwächsten in der Gesellschaft, die Kinder, nicht wieder völlig ins Abseits zu bringen. Schließen müssten allerdings voraussichtlich Restaurants, Kneipen und Bars und weitere Einrichtungen, also die Orte, wo in der Vergangenheit offensichtlich die größten Neuinfektionen stattgefunden haben.

Von Seiten der Wirtschaft hört man, dass dies für die Wirtschaft nicht gut sein könnte.

Allerdings sind es die Menschen, welche die Grundlage der Wirtschaft sind. Sollten die Infektionszahlen in Deutschland nun weiter exponentiell wachsen, würden der Wirtschaft schnell die Menschen, also die Grundlage der Wirtschaft, wegbrechen.

Wenn die Menschen zu Tausenden erkranken und sterben, geht es der Wirtschaft ebenfalls schlecht. Zudem wäre das Ganze natürlich eine humanitäre Katastrophe.

So traurig und dramatisch es wäre, wenn nun Kneipen und Restaurants in großer Zahl sterben würden, so würde dies doch nur einen relativ kleinen Teil der deutschen Wirtschaft ausmachen. Wichtiger noch als Kneipen und Restaurants ist es gesamtwirtschaftlich betrachtet, dass die Wirtschaft insgesamt am Laufen bleibt, die Firmen, die Büros, die Industrie. Dafür nötig ist übrigens auch, dass die Arbeitnehmer weiterhin in die Arbeit gehen können, was zur Folge hat, dass die Schulen und Kitas geöffnet bleiben müssen, weil sonst mindestens ein Elternteil zu Hause bleiben und die Kinder betreuen muss.

Man kann nun also ein bisschen zwischen Pest und Cholera wählen. Entweder geht man mit Verstand und Vernunft an die Sache heran und beschließt nun diesen verhältnismäßig leichten Lockdown, oder man wartet noch ein Weilchen, bis die massiven Erkrankungen und Todesfälle in Deutschland so groß sind, dass die Wirtschaft ohnehin kollabiert.

Sapere aude, hieß es im Zeitalter der Aufklärung: habe den Mut, dich deines Verstandes zu bedienen.

Mit Vernunft und Verstand wird man besser durch die Pandemie kommen, als wenn man abwartet und auf Godot hofft. Denn der kommt nicht. Nie.

—–

Nachtrag 16.45 Uhr: Folgendes wurde beschlossen.

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