Vor langer Zeit las ich der Wochenzeitung Die ZEIT ein Dossier, in dem behauptet wurde, dass es den Zufall als etwas, das sinnhaft sein kann, überhaupt nicht gebe. Stattdessen gebe es nur den statistischen Zufall.
Wenn man beispielsweise über die Straße gehe und in letzter Sekunde nach rechts schaue und so davor bewahrt wird, dass der Bus einen überfährt, so mag einem das selbst sinnhaft vorkommen, angeblich sei es aber nur statistischer Zufall und nichts weiter.
Die Krux und die Fehlannahme des Artikels ist die folgende. Er geht nämlich davon aus, dass es keinen Sinn im Leben gibt. Alles, was passiert, sei sinnfrei. Nur wir Menschen würden Dingen, die passieren, einen Sinn zuweisen, statistisch gesehen sei das alles aber statistischer Zufall.
Der Artikel krankt also an folgenden Grundgedanken. Angenommen, man könnte innerhalb einer Minute die Gespräche auf der ganzen Welt anhören, dann würde man nur ein Kauderwelsch hören. Das bedeutet aber nicht, dass das einzelne Gespräch sinnfrei wäre..
Diese Sinnhaftigkeit stellt der Artikel in Abrede und gibt sich selbst objektiv, obwohl er bereits mit einer eigenen Weltsicht und Vermutung darüber, wie die Welt im Kern beschaffen sei, arbeitet. Eine sehr subtile und zunächst schwer greifbare Umdeutung der Realität.



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