Kaufen Sie dieses Auto, sagt der private Verkäufer eines Gebrauchtwagens, Sie können mir vertrauen!
Kann man ihm vertrauen?
Nein, man kennt ihn vermutlich erst seit einer halben oder einer Stunde.
Denn Vertrauen ist eine Zukunftsprognose auf das künftige Verhalten eines Menschen aufgrund seines bisherigen Verhaltens.
Wenn ich weiß, wie ein Mensch sich bisher verhalten hat, kann ich eine Prognose abgeben, wie er sich mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft verhalten wird. Diese Prognose wird umso treffsicherer, je länger man diesen Menschen kennt und sein Verhalten beobachten konnte.
Bei dem autoverkäufer kann man also kein Vertrauen haben.
Wenn man jemanden vielleicht seit ein oder zwei Monaten kennt, und er war immer pünktlich zu Verabredungen, kann man in Bezug auf seine Pünktlichkeit Vertrauen haben. Er wird auch künftig pünktlich sein, mit hoher Wahrscheinlichkeit.
Wenn man in dieser Zeit aber beispielsweise nie erfahren hat, ob dieser Mensch hintenrum vielleicht über einen schlecht redet, kann man diesbezüglich keine Aussage treffen. Dieser Hinsicht könnte man nicht vertrauen.
Oder ein anderer Fall: Will euer Kind nicht mal unser Kind besuchen?
Auch hier gilt das oben Gesagte. Kennt man die Familie? Wie lange? Hat man Erfahrungen gemacht mit der Familie? Wenn ja, welche? Würde gut auf das eigene Kind aufgepasst wir hatten? Oder müsste man vielleicht damit rechnen, dass man sein Kind dort zwar abgibt, es selbst aber zusammen mit dem Kind der Familie komplett unbeaufsichtigt wäre?
Es gibt den Spruch: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Richtiger müsste heißen wie folgt:
Blindes Vertrauen ist schlecht und fahrlässig, begründetes Vertrauen ist besser und treffsicherer.



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