Mal ein ernster Gedanke zum Brexit

Man kann es zwar nicht mehr hören, was da mit dem Brexit los ist. Kommt er nun oder kommt er nicht oder verschiebt er sich noch ein Weilchen?

Aber egal, wie es ist, es ist die Sache wert, einfach zu warten, so lange es dauert. Denn das ist das Wesen einer Demokratie, dass um einen Konsens gerungen wird. Großbritannien ist offenbar tief gespalten, die einen wollen raus, die anderen in der EU bleiben. Das zu diskutieren kostet Zeit und Kraft und Nerven. Aber diese Zeit und Kraft und Nerven sind im nötig, damit die Gesellschaft zusammenfindet.

Das Thema bietet reichlich Stoff für Satire und Witze, aber es ist es gut und sinnvoll, dass so um einen Konsens gerungen wird. Denn das ist das Wesen der Demokratie.

In einer Diktatur ginge alles zwar viel schneller, aber mal ganz im Ernst, wer will schon in einer Diktatur leben? Dieses eine Problemchen hätte man dort vielleicht nicht (vielleicht aber auch schon), dafür unzählige andere große und massive Probleme.

Das einzige, was nicht passieren sollte, wäre, dass Großbritannien völlig ohne Abkommen aus der EU ausscheidet. Denn dann wäre alles politisch und wirtschaftlich wohl ziemlich schwierig.

Deshalb soll es dauern, solange es eben dauert.

Wenn man jetzt nicht die Nerven bewahrt, lachen sich die heimlichen Dritten ins Fäustchen. Russland, China und vielleicht sogar auch die USA, und zwar würden sie darüber lachen, dass die EU zerfällt und welch leichtes Spiel man wirtschaftlich dann mit den einzelnen Staaten hätte. Denn es ist doch ein Trugschluss, dass ein kleines Land wie Großbritannien, das dann alleine in der Welt umher schwimmt, mit den großen Global Playern auf einmal geniale Verträge für sich selber aushandeln könnte. Weshalb sollten die Großen dem kleinen Großbritannien denn faire Verträge geben, wenn es in die Enge getrieben ist und händeringend Handelspartner sucht? Wirtschaftlich gesehen eher unwahrscheinlich.

Denn einzelne Staaten sind keineswegs stärker als ein Staatenbund. Das weiß schon jedes Kind. Alleine ist man schwach, in der Gemeinschaft stark. Drum sollte man Großbritannien, das derzeit nur auf Sicht fährt, nicht fallenlassen. Zumindest solange nicht, bis dort wieder politische Vernunft die Oberhand gewinnen kann.


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Kommentare

Ein Kommentar zu „Mal ein ernster Gedanke zum Brexit“

  1. Das letzte, was passiert ist, ist, dass die EU nicht mehr Zeit für die Vereinbarung geben möchte. Für die Engländer geht die Sache also in eine Sackgasse. May tanzt weiter auf dem Drahtseil und ersetzt es vielleicht. Es wird Morgen werden und wir werden sehen. Eine gute Nachricht.

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