München Schwabing, -7° Celsius, und es wird noch kälter

Ich habe eben die Polizei gebeten, nach dem Mann zu schauen, der dort in der Kälte liegt. Ich hatte ihn mir angeschaut, er atmet und ist ja zugedeckt, allerdings ist es saukalt. Und man kann ja theoretisch im Schlaf erfrieren. Mit einem anderen Obdachlosen, der daneben stand und dort wohl auch nächtigen wird, hatte ich kurz gesprochen. Er sprach gebrochen deutsch und meinte, der Andere schlafe dort schon seit einem Jahr.

Das ist beunruhigend, aber insofern ein bisschen beruhigend, dass er wohl weiß, wie er durch die Nacht kommt.

Allerdings wird es heute bis – 8 oder- 9 Grad. Ich fragte denjenigen, der wach war und gerade eine Zigarette rauchte, ob sie nicht einen Ort hätten, wo sie hingehen könnten, oder vielleicht einfach ins Untergeschoss der U-Bahn, wo es wärmer wäre. Er meinte in gebrochenem Deutsch, nein, er habe keinen Ort, wo sie hingehen könnten. Und ins Untergeschoss dürften sie nicht, das sei polizeilich verboten.

Der Polizist am Telefon meinte, es sei ja gut, dass sich jemand drum kümmere. Andererseits gebe es viele, die in München auf der Straße liegen bei diesen Temperaturen. Er wolle aber trotzdem eine Streife vorbeischicken.

Achso, und was einen ein bisschen nachdenklich und fast sogar traurig stimmt, ist, dass für die Fahrräder durchaus ein warmer Platz für die Nacht vorhanden ist. Damit sie nicht geklaut werden. Die sind ja mehr wert, als diese Menschen da draußen. Oder. Die Fahrräder nächtigen bei angenehmen 5 Grad plus, die Obdachlosen bei -8. Das ist schon bitter. Und das in Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt. 52 000 Menschen leben in Deutschland auf der Straße. Und in der Kälte.


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Kommentare

Ein Kommentar zu „München Schwabing, -7° Celsius, und es wird noch kälter“

  1. guten morgen, es ist unglaublich man sitzt im warmen beim Frühstück und dann so etwas.
    nachdenken….

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