Die Anti-Abschiebe-Industrie

Alexander Dobrindt, bekannt geworden durch die im Volksmund als Ausländermaut bezeichnete Zahlungsverpflichtung für Ausländer, glaubt, es gäbe eine Anti-Abschiebe-Industrie in Deutschland. Und man komme ja leichter nach Deutschland hinein, als wieder hinaus.

Gedanklich bildet sich bei einem da die Vorstellung eines gewaltigen Magneten inmitten Deutschlands, der alles, was nicht deutsch ist, auch aus den entferntesten Winkeln dieser Welt nach Deutschland hineinzieht und es den von ihm angezogenen Migranten praktisch unmöglich macht, sich von diesem Magneten wieder zu lösen.

Bei dem Bild der Anti-Abschiebe-Industrie kommt einem zudem eine große, imaginäre Werkshalle vor Augen, vielleicht direkt nebenan von der Halle mit den Chemtrails, in der gigantische Anstrengungen streng geheimer Art unternommen werden, um besagten Magneten auch weiterhin am Laufen zu halten.

Eine kleine Anmerkung am Rande sei aber doch erlaubt.

Die sogenannte Anti-Abschiebe-Industrie heißt nämlich eigentlich Rechtsstaat.

Denn er garantiert den Menschen, die beispielsweise ihr ganzes Hab und Gut aufgeben mussten, um eine Flucht nach Europa und Deutschland zu bewerkstelligen, die vielleicht einen Teil ihrer Familie auf der Flucht verloren haben, selbst aber glücklicherweise nicht im Mittelmeer ertrunken sind, die zudem aber vielleicht in irgendwelchen nordafrikanischen Lagern gefoltert wurden oder vergewaltigt, diesen Menschen garantiert der Rechtsstaat, dass in rechtsstaatlicher Weise, also gründlich, über ihren Asylantrag befunden wird. Und das dauert eben. Gut Ding will Weile haben.

Oder umgekehrt, in Ländern, in denen es schnell geht, will man ja eigentlich auch nicht leben.

Aber eines muss man Herrn Dobrindt lassen: Ein schönes Wortungetüm hat er da gebastelt, „Anti-Abschiebe-Industrie (AAI)“. Fast ein so klingender und scheinbar selbsterklärender Begriff wie Ausländermaut. Ideal für Stammtische aller Art.

Das waren noch Zeiten, als man in Bayern nur gegen die Preußen und Fischköppe aus dem Norden gewettert hatte. Aber was sollte man auch tun, die Flüchtlinge gabs ja noch nicht.


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