Es könnte alles so schön sein

Alles könnte so schön sein, wenn es nicht die von Menschen gemachten Grausamkeiten gäbe. Kriege, Vergewaltigungen, Mord, Raub, Diebstahl, Erpressung, Machtstreben und so weiter. Im Grunde bräuchte es all diese Dinge nicht zu geben, denn niemand anders macht sie, als der Mensch selbst. Es liegt in der Natur des Menschen, über sich selbst hinausschießen zu wollen und für sich mehr Rechte einfordern zu wollen, als man anderen Menschen gewähren will. Das ist das Problem bei der ganzen Sache. Würde es dem Menschen gelingen, darauf zu verzichten und sich auf sich selbst und seine Mitmenschen verantwortungsvoll zu besinnen, könnte die Welt mit einem Schlag eine wesentlich bessere sein. Niemand müsste mehr verhungern, niemand mehr an Drogen sterben, niemand bräuchte sein Auto oder sein Haus mehr abzuschließen, denn jeder würde die Grenzen des anderen respektieren. Ganz extrem weiter gedacht würde es im Grunde vielleicht sogar heißen können, dass man in den Supermarkt ginge, sich das nähme, was man bräuchte, und im Gegenzug für den Betreiber des Supermarktes andere Arbeiten verrichten würde, damit er ebenfalls nicht zu kurz käme. Eine Utopie.

Warum das Ganze noch nicht so ist, kann man wohl selber an sich feststellen, wenn man sich über jemanden ärgert. Wie groß ist der Ärger, wie gering die eigene Einsicht.

Dennoch hat Jesus als Zielvorgabe diese Vision formuliert, liebe deine Mitmenschen wie dich selbst. Voraussetzung ist, dass man sich selbst liebt. Aber eben auch die Mitmenschen. Ein Kerngedanke findet sich dazu im ersten Buch Mose, also in der Genesis, wonach der Mensch zum Ebenbild Gottes geschaffen wurde. In jedem Mitmenschen begegnet einem somit ein Fünkchen Gottes, ein göttlicher Funke, der auch in uns selber ist. Mit diesem Hintergrundwissen könnte es einem vielleicht ein wenig leichter fallen, den Mitmenschen zu lieben. Und auch Jesu noch radikalere Kernforderung ebenfalls erfüllen zu wollen, die da lautet, liebe sogar deine Feinde. Denn wenn jeder Mensch einen Funken Gottes in sich enthält, kann im Grunde niemand ein Feind sein.

Diese Vision hat natürlich in der Realität, wie wir sie kennen, massive Grenzen. Dennoch steckt in einer Vision auch immer eine Realität, wie sie sein und sich entwickeln könnte. Mit diesem Gedanken sollte man einmal versuchen, an den nächsten Streit, die nächste Meinungsverschiedenheit, die nächste Ungerechtigkeit heranzugehen. Denn dieser Gedanke macht es einem ein wenig leichter, auch einmal die eigene Sicht hinten anzustellen und sich auf die mögliche Sicht des anderen einzulassen, also zu antizipieren, was er oder sie so denken und fühlen könnte. Dann könnte die Welt tatsächlich ein wenig besser werden. Und nicht nur könnte. Sie kann, wenn wir es wollen.

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